Lorena Santen repräsentierte bei Miss Universe die Schweiz. Ihr Kostüm wurde von der CNN als Highlight der Show gelobt. Mit ihrem Outfit wollte sie ihre Verbundenheit zur katholischen Kirche zeigen – und schweizerische Werte aufs internationale Parkett bringen. Reaktionen erhielt sie auch von der Schweizergarde und aus dem Vatikan.
Jacqueline Straub
Wie war es für Sie bei Miss Universe dabei sein zu dürfen?
Lorena Santen*: Die Teilnahme bei Miss Universe war für mich gleichsam die Erfüllung eines Kindheitstraumes. Schon als kleines Mädchen war ich begeistert von den starken Frauen, welche auf der Miss Universe-Bühne nicht nur mit Eleganz und Schönheit faszinierten, sondern insbesondere durch ihre Positivität, ihr Selbstbewusstsein und ihren starken Botschaften überzeugten. Diese Plattform hat mir gezeigt, wie Frauen auf der ganzen Welt empowert werden, indem sie ihre individuellen Geschichten, Kulturen und Visionen teilen.
«Ich finde, das Kostüm bringt die Verbindung von Tradition und Moderne wunderbar zum Ausdruck.»
Sie haben ein Schweizergarde-Outfit neu interpretiert. Warum?
Santen: Ich wollte ein Kostüm präsentieren, das die Schweiz abseits von Klischees wie Schokolade oder dem Heidiland präsentiert. Die Schweizergarde symbolisiert für mich Tradition und Exzellenz und zeigt, dass schweizerische Werte und Tugenden auf internationalem Parkett einen besonderen Stellenwert geniessen.
Ihr Kostüm hatte viele Glitzersteine…
Santen: Die moderne und feminine Interpretation des Designs zeichnet sich insbesondere durch die Besetzung mit Glitzersteinen, der Beinfreiheit und den Federverzierungen aus. Ich finde, das Kostüm bringt die Verbindung von Tradition und Moderne wunderbar zum Ausdruck und zeigt gleichsam, dass auch klassische Kostüme zeitgemäss und glamourös interpretiert werden können.
«Dieses Kostüm gelingt es, eine Doppelbotschaft zu vermitteln.»
Wie sind Sie auf die Idee gekommen?
Santen: Die Idee für das Schweizergarde-Outfit entstand aus dem Wunsch heraus, ein einzigartiges und bedeutungsvolles Symbol der Schweizer Kultur in einem eleganten, femininen Kontext darzustellen. Mir persönlich war es besonders wichtig, ein Kostüm zu präsentieren, das nicht nur meine Heimat würdigt, sondern auch schweizerisches Werte wie Stärke, Loyalität und Hingabe verkörpert. Diesem Kostüm gelingt es, eine Doppelbotschaft zu vermitteln: Zum einen zollt es der Schweizergarde einen respektvollen Tribut und unterstreicht ihre Bedeutung für die Schweiz. Zum anderen illustriert es eindrucksvoll, dass die Attribute der Schweizergarde, eines traditionell männlichen Korps, in einem femininen Kontext das harmonische Zusammenspiel von Anmut, Stärke und Eleganz einer modernen Frau widerspiegeln.
Santen: Ja, ich bin in einem katholischen Umfeld aufgewachsen und habe eine katholische Erziehung genossen. Auch habe ich die christlichen Sakramente – Taufe, Kommunion und Firmung – empfangen, und im letzten Jahr in der Liebfrauenkirche in Zürich geheiratet. Meine Verbundenheit mit der katholischen Kirche spielt auch meine Wertschätzung für die Schweizergarde wider, die ein historisches Symbol für den Dienst und Schutz der Kirche ist.
«Besonders geschätzt habe ich auch die Vermittlung von Leitprinzipien.»
Was ist Ihnen positiv in Erinnerung geblieben?
Santen: In meiner Kindheit und Jugend waren Gottesdienste und Religionsunterricht feste Bestandteile. Diese Zeit habe ich positiv in Erinnerung. Sie hat mir wertvolle Lektionen über christliche Werte, wie Glaube, Hoffnung und Gerechtigkeit sowie die Bedeutung von Gemeinschaft vermittelt. Besonders geschätzt habe ich auch die Vermittlung von Leitprinzipien, wie das Streben nach einem sinnvollen, ethisch geführten Leben. Alles Werte, die wir unseren Kindern auch mal weitergeben möchten.
Wie waren die Rückmeldungen auf Ihr Schweizergarde-Outfit?
Santen: Die Resonanz auf das Outfit war überwältigend positiv. Es war eine Freude zu sehen, dass international renommierte Medien wie «CNN» und «¡Hola!» das Outfit als eines der Highlights der «National Costume»-Show nannten. Auch die Anerkennung von nationalen Medien wie «ArgoviaToday» und «LeMatin» hat mich sehr gerührt. Es ist für mich eine Bestätigung, dass das, was wir auf der Bühne präsentiert haben, nicht nur ein Outfit ist, sondern eine Botschaft. Dass diese Botschaft so positiv aufgenommen wurde, macht mich stolz und dankbar.
»Es gab tatsächlich sehr positive Rückmeldungen von der Schweizergarde.»
Wer hat das Outfit entworfen?
Santen: Das Outfit wurde von Jiovanny Navarrete Vera, einem talentierten Designer aus Barcelona, entworfen und geschneidert. Seine Vision und Kreativität haben massgeblich dazu beigetragen, dass das Kostüm zu einem wahren Hingucker wurde.
Gab es Reaktionen aus dem Schweizergarde?
Santen: Es gab tatsächlich sehr positive Rückmeldungen von der Schweizergarde. Sie haben mir Glück gewünscht und das Kostüm gelobt. Auch ein päpstlicher Missionar der Barmherzigkeit hat das Outfit positiv hervorgehoben. Diese Anerkennung war für mich ein besonderes Highlight und eine grosse Ehre.
*Lorena Santen (26) wurde 2023 Miss Schweiz. Sie lebt in Spreitenbach AG und arbeitet als Project Manager bei der UBS.
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.kath.ch/newsd/miss-universe-wettbewerb-katholikin-lorena-santen-als-schweizergardistin/