Die Synodalen in Basel haben sich am Mittwoch ebenfalls der Missbrauchskrise gestellt. Die Pfarrei Heiliggeist forderte vom Kirchenrat konkrete Vorschläge im Umgang mit der Missbrauchsproblematik und einen Beitritt zur Allianz Gleichwürdig Katholisch. Dem Beitritt stimmten die Synodalen deutlich zu.
Sarah Stutte
Die Pfarrei Heiliggeist hatte zuvor eine Anfrage an den Kirchenrat gestellt. Darin wollte sie wissen, welche zusätzliche Massnahmen getroffen wurden, seit dem offenen Brief, den Kirchenrat, Pastoralraumleitung und Präventionsbeauftragte am 10. Oktober an die Menschen in Basel-Stadt geschrieben hatten.
Corinne Maître, die Fraktionspräsidentin der Gundeldinger Pfarrei Heiliggeist, hob in der Interpellation zwar die Anteilnahme des Kirchenrats mit den Missbrauchsbetroffenen hervor, doch sie forderte gleichwohl auch weitere Schritte.
Der Kirchenrat informierte in seiner Antwort darüber, dass neben der Einarbeitung der Vorgaben aus dem Bistum Basel mittels Weisung auch bei der Auswahl von Personal zusätzliche Massnahmen umgesetzt wurden.
Die Heiliggeist-Pfarrei reichte zudem ein Postulat an das Kirchenparlament ein, mit der Aufforderung, der Allianz Gleichwürdig Katholisch beizutreten. Begründet wurde der Antrag mit der Kirchenverfassung, die der Kantonalkirche auftrage, «sich für Gleichberechtigung einzusetzen». Neben der federführenden Corinne Maître gehört auch Synodenpräsident Martin Elbs der Fraktion Heiliggeist an.
In der entsprechenden Medienmitteilung, die Elbs der Redaktion zukommen liess, war zu lesen, dass der Beitritt «eingehend und kontrovers diskutiert wurde». Es habe «deutliche Voten für eine unterstützende Zugehörigkeit der RKK zur Allianz» gegeben, weshalb die Abstimmung mit 16 zu fünf Stimmen bei zwei Enthaltungen endete.
Ausschlaggebend für das «Ja» zum Beitritt sei gewesen, dass man diesen als Investition in die Zukunft ansah und als Hoffnungszeichen für junge Menschen. Zudem beeinflusste das positive Ergebnis sicher auch, das bereits 2014 in beiden Basel knapp 90% der Kirchenmitglieder für die Initiative kirchliche Gleichstellung gestimmt hatten.
Angenommen wurde zudem die leicht erweiterte Leistungsvereinbarung mit den Caritas-Organisationen beider Basel mit grossem Mehr und dringlich beschlossen. Erweitert wird hier der Bereich der Sozialberatung, bei dem grosser Bedarf besteht.
Weiter unterstützt wird das Karmeliterkloster Haus Prophet . In dem Basler Kloster lebt eine Gemeinschaft der Karmeliter OCD der Provinz Manjummel in Kerala. Die Gemeinschaft leistet gemäss Vereinbarung spirituelle und soziale Dienste.
Ein Teuerungsausgleich für die RKK-Mitarbeitenden in Höhe von 2% wurde ebenfalls mit grossem Mehr angenommen. Ein Änderungsantrag, den Teuerungsausgleich nur mit 1.5% zu erteilen, konnte sich nicht durchsetzen.
Hier sind die Dokumente zu allen Geschäften in voller Länge verfügbar.
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.kath.ch/newsd/basler-synode-unterstuetzt-allianz-gleichwuerdig-katholisch/