Nadja Waibel: «Kirche wird dort glaubhaft, wo sie die Stimme der Leidenden vertritt»

«Es wird Zeit, dass die Kirche sich klar auf Seite der Unterdrückten in ihren eigenen Strukturen positioniert», fordert die Theologin Nadja Waibel. Es muss hingeschaut und geredet werden.

«Die Option für die Armen, Kirche als Stimme für die Armen und Unterdrückten in der lateinamerikanisch geprägten Befreiungstheologie wahrzunehmen, ist längst Commonsense. Doch wenn es um die Armen und Unterdrückten durch die Kirche geht, scheint diese Option auf Kosten von Allianzen, Scham und Inkompetenz verloren gegangen zu sein. Kirche wird dort glaubhaft, wo sie die Stimme der Leidenden vertritt, Christ sein heisst einstehen für die Opfer.

Es wird Zeit, dass die Kirche sich klar auf Seite der Unterdrückten in ihren eigenen Strukturen positioniert. Das heisst ihnen einen Raum und Orte der Begegnungen zu schaffen, sie erst zu nehmen in ihrem Leiden und sie zu begleiten. Hinschauen statt wegsehen. Reden statt schweigen.»

Das schrieb Nadja Waibel (37) auf Anfrage von kath.ch zur Erscheinung der Pilotstudie. Sie hat Psychologie, Theologie und Judaistik in Zürich, Fribourg und Luzern studiert und zu einer empirischen Studie über katholische Gemeindeleiterinnen in der Schweiz in Luzern promoviert. (woz)

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

https://www.kath.ch/newsd/nadja-waibel-kirche-wird-dort-glaubhaft-wo-sie-die-stimme-der-leidenden-vertritt/