Im Alter von 91 Jahren ist der Bethlehem Missionar Josef Kaiser verstorben. Er war unter anderem im heutigen Simbabwe als Missionar tätig. Dem Verein Missionshaus Bethlehem gehörte er von 1967 bis 2007 an. Dank seiner langjährigen Führungserfahrung half er immer wieder den aktuellen Oberen mit seinem Rat.
Wolfgang Holz
«Er konnte gut zuhören, er konnte aber auch sehr stark kritisieren», erzählt Josef Christen, Hausoberer der Missionsgesellschaft Bethlehem in Immensee gegenüber kath.ch zum verstorbenen Mitbruder Josef Kaiser.
Dieser war nach einer Sturzverletzung am 29. August im Kantonsspital Schwyz aus dem Leben geschieden. Am 4. September wurde er in Immensee zu Grabe getragen.
Josef Kaiser wuchs im thurgauischen Oberwangen in der Pfarrei Dussnang auf und besuchte das Gymnasium in Immensee. 1952 schloss er sich der Missionsgesellschaft Bethlehem an und empfing 1958 die Priesterweihe.
Schon im folgenden Jahr reiste der Bethlehem-Missionar nach Südrhodesien, dem heutigen Simbabwe aus, wo er nach dem Sprachstudium die Aussenstationen von St. Antony (Zaka) betreute. 1967 nahm er als Delegierter am Generalkapitel teil. «Er blieb dann in der Schweiz und war 21 Jahre lang in der Obersten Leitung der Bethlehem-Missionare tätig – weil er offensichtlich gebraucht wurde», beschreibt Josef Christen.
Die Missionsgesellschaft Bethlehem in Immensee setzt sich in Afrika, Asien, Lateinamerika und Europa mit und für Benachteiligte ein. In ihren Missionen und mit Projekten fördert sie den interkulturellen und interreligiösen Austausch.
Die Missionsgesellschaft Bethlehem ist eine Gemeinschaft von Brüdern und Priestern, die als Antwort auf den Ruf Gottes ihr Leben Gott und den Nächsten verschrieben haben. Die Ursprünge der Gesellschaft gehen zurück bis ins Jahr 1895. Das Mutterhaus der Missionsgesellschaft befindet sich in Immensee SZ.
Nach der Wahl in den Generalrat, dem er bis 1988 angehörte, wirkte der Josef Kaiser zuerst drei Jahre lang als Brüdermeister, anschliessend acht Jahre als Novizenmeister im Seminar Schöneck. Von 1975 bis 1981 versah er das Amt des Regionaloberen der Heimat, von 1981 bis 1988 war er Generalvikar der Missionsgesellschaft. Dem Verein Missionshaus Bethlehem gehörte er von 1967 bis 2007 an.
Es war Josef Kaiser stets ein Anliegen, dass das Wirken der Missionsgesellschaft biblisch und theologisch reflektiert und Entscheide entsprechend gefällt wurden. Aufgrund seiner langjährigen Führungserfahrung war er gerne bereit, den aktuellen Oberen mit seinem Rat behilflich zu sein.
Nach einem Sabbatjahr betreute er von 1989 bis 2004 das Fidei-Donum-Sekretariat. Als Kontaktperson für die Schweizer Priester in Missionseinsätzen war er ein zuverlässiger Ansprechpartner nicht nur für die administrativen, sondern auch für ihre persönlichen Belange.
In all den Jahren arbeitete Josef in verschiedenen kirchlichen Gremien mit – unter anderem im Priesterrat der Diözese Chur, in der Pastoralkommission der VOS und im Vorstand der des Justinuswerkes. Am katechetischen Institut Luzern wirkte er von 1978 bis 1982 als Dozent für Spiritualität. «In Sachen Spiritualität war ihm stets die Einfachheit und die Verfügbarkeit wichtig», sagt Christen. Einfachheit im Sinne eines einfachen Lebensstils. Verfügbarkeit im Dienste des Volkes Gottes.
Während seiner Pensionierung half Josef Kaiser vermehrt als liturgische Aushilfe in verschiedenen Pfarreien. Gesundheitliche Probleme schränkten diese Tätigkeit jedoch zunehmend ein. «Er hat auch immer wieder Exerzitien gegeben und ist gerne verreist – nach Japan und Taiwan», so Christen. Nun hat Josef Kaiser seine letzte Reise angetreten.
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