Die Türme der Kathedrale St. Gallen sind ein beliebtes Sujet auf lokalen Spezialitäten. Confiserien und andere Lebensmittelanbieter nutzen die Kathedrale und ihre Umgebung als Marketinginstrument. Beim katholischen Konfessionsteil zeigt man sich erfreut, dass St. Gallen auch auf diese Art in die Welt hinausgetragen wird.
Roger Fuchs
Es ist kein Geheimnis, dass viele Touristen wegen der Stiftsbibliothek und der barocken Kathedrale nach St. Gallen kommen. Fotos werden geknipst, Erinnerungen gesammelt. Doch der Stiftsbezirk ist mehr als nur ein Anschauungsobjekt. Man kann ihn auch mit nach Hause nehmen in Form von zahlreichen Leckereien.
Gleich neben der Kathedrale gibt es die Sankt Galler Klostergspängstli zu kaufen – die lokale Schokoladenspezialität mit den aufgesetzten Augen schauen den Betrachter eindringlich an. Nur diese Schokoloade würde das Gspängstli vom Kloster fernhalten, heisst es in einem dazugehörigen Produktebeschrieb. Kundinnen und Kunden muss etwas geboten werden, auch wenn seit der Klostergründung durch Abt Otmar nirgendwo überliefert ist, dass jemals ein Gspängstli im Koster sein Unwesen getrieben haben soll.
Und wer kennt sie nicht, die Basler Läckerli? Seit Jahren findet man ein verwandtes Gebäck auch in St. Gallen. Verpackt ist die St. Galler Version unter anderem in einer Box, die mit einer Luftaufnahme des Stiftsbezirks bedruckt ist.
Auch beliebt sind die verschiedenen Biberli mit den Klostertürmen oder die St. Galler Klostersiegel, eine Schokoladenspezialität mit einem Abdruck von Gallus und dem Bären. Ein lokales Bier wirbt mit den 68 Meter hohen Klostertürmen. Auch auf Etiketten von einem feinen Käse findet man sie.
Dass so viele Anbieter von Lebensmittelspezialitäten den Klosterbezirk mit ihren Produkten bewerben und damit St. Galen in die Welt hinaustragen, ist durchwegs eine Freude, sagt Thomas Franck, Verwaltungsdirektor des katholischen Konfessionsteils des Kantons St. Gallen. Auch der frühere Papst Benedikt XVI. sei einmal in den Genuss einer Spezialität gekommen, erinnert sich Franck. 2012 wurde dem Papst eine Gallus-Waffel, hergestellt mit dem Replikat eines St. Galler Waffeleisens aus dem 16. Jahrhundert, als Geschenk überreicht. Dies ist bis heute in den Zeitungsarchiven nachzulesen.
Thomas Franck ist überzeugt, dass mit all diesen Produkten auch dazu beigetragen wird, dass die St. Galler Klostergeschichte und die Klosterkultur der letzten 1400 Jahre im Gedächtnis der Menschen haften bleibt. Die Türme einem Markenschutz zu unterstellen, wäre kaum umsetzbar, zumal unzählige Touristen tagtäglich immer wieder dieses Sujet für ihre Fotos auswählen. Und so ist klar: Die Kathedrale ist und bleibt weiterhin St. Gallens Marketingikone Nummer eins.
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
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