Die Hofkirche St. Leodegar mit ihren zwei spitzigen Türmen gehört zu den Wahrzeichen der Stadt Luzern. Nun übernimmt mit Claudia Nuber (49) erstmals in der Geschichte eine Frau die Leitung der geschichtsträchtigen Pfarrei St. Leodegar. «Ich finde es aufregend, weil es ein historischer Moment ist», sagt die aus Deutschland stammende Theologin.
Barbara Ludwig
Der Luzerner Regierungsrat hat mit Claudia Nuber zum ersten Mal eine Frau in die Pfarreileitung von St. Leodegar gewählt. Die Theologin folgt in dieser Funktion auf Pfarrer Ruedi Beck, der das Amt seit September 2016 innehatte. Dies teilte die Katholische Kirche der Stadt Luzern am Dienstag mit.
Das Wahlrecht für den Pfarrer von St. Leodegar liegt demnach beim Regierungsrat des Kantons Luzern. Dieser wähle auf Vorschlag des Bischofs von Basel eine für die Stelle geeignete Person.
Ruedi Beck hat im Mai als Pfarrer demissioniert. Der 59-Jährige bleibt jedoch weiterhin als Priester in der Hofpfarrei tätig, wie es in der Mitteilung heisst.
Die neue Pfarreileiterin stammt aus Heidelberg in Deutschland und studierte Theologie in Tübingen. Nach ihrem Studienabschluss 1999 kam Claudia Nuber in die Schweiz und wirkte bis 2017 als Seelsorgerin im Kanton Uri. Dort leitete sie zudem von 2007 bis 2017 die Notfallseelsorge. Im August 2017 wechselte sie nach Luzern in die Pfarrei St. Leodegar.
St. Leodegar ist eine wichtige Zentrumspfarrei. Im sogenannten Hofbezirk hätten die Kirche und die Stadt Luzern ihren Anfang genommen, schreibt die Katholische Kirche der Stadt Luzern auf ihrer Webseite.
«Ich finde es aufregend und spannend, als erste Frau diese grosse Pfarrei leiten zu dürfen», sagt Nuber auf Anfrage von kath.ch. Damit seien auch grosse Aufgaben verbunden. «Aufregend ist es auch, weil es tatsächlich ein historischer Moment ist in der Geschichte von St. Leodegar.»
Sie wolle sich selber aber trotz des historischen Moments «nicht zu viel Druck machen», sagt die Seelsorgerin. Gewisse Aufgabenbereiche blieben gleich und zudem sie sei von Anfang an Mitglied im Leitungsteam der Pfarrei gewesen. Als Frau und auch als Deutsche sei sie in Luzern nie auf Vorbehalte gestossen, sagt Claudia Nuber. «Die Luzernerinnen und Luzerner sind sehr offen – genau so offen, wie damals die Urnerinnen und Urner.»
St. Leodegar sei einerseits eine Innenstadtpfarrei, in deren Kirche Touristinnen und Touristen ein und aus gehen – andererseits aber auch eine normale Quartierpfarrei mit ihren verschiedenen Gruppierungen. «Hinzu kommt dann noch als Besonderheit das Chorherrenstift», sagt die künftige Pfarreileiterin.
Claudia Nuber schätzt diese Vielfalt der Pfarrei. Und sie findet es spannend und wichtig, sie zu bewahren. «Zur Arbeit gehört darum auch die Pflege der Beziehungen zu den verschiedenen Gruppierungen.»
Seit Sommer 2021 treffen sich Pfarreirat und Mitarbeitende von St. Leodegar mehrmals pro Jahr zu sogenannten «Hofklausuren». «An diesen Treffen wollen wir gemeinsam die strategischen Ziele der Pfarrei festlegen. Da geht es etwa um die Frage, wie sich die Pfarrei ausrichten will, welche Schwerpunkte man setzen will», erklärt Nuber. Sie sieht es künftig als eine ihrer wichtigen Aufgaben, die «Hofklausuren» als strategisches Gremium weiterzuentwickeln.
Claudia Nuber übernimmt am 1. August offiziell die Leitung von St. Leodegar. Die feierliche Amtseinsetzung findet am Sonntag, 3. September, in der Hofkirche statt.
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.kath.ch/newsd/claudia-nuber-leitet-als-erste-frau-die-luzerner-pfarrei-st-leodegar/