Die diesjährige 1. August-Messe auf dem Gotthard leitet Weihbischof Alain de Raemy – der dafür extra vom Weltjugendtag zurückkehrt. Dabei werden erstmals auch Vertretende anderer Konfessionen Fürbitten lesen.
Die ökumenische Öffnung findet auf ausdrücklichen Wunsch von Weihbischof Alain de Raemy statt, heisst es in einem Beitrag von catt.ch. Während der Messe werde der päpstliche Administrator des Bistums Lugano Vertretende anderer Konfessionen zur Lesung von Fürbitten einladen. Das sagt Pfarrer Rolando Leo, Koordinator der Arbeitsgemeinschaft der christlichen Kirchen im Tessin.
Die Organisation der 1. August-Wallfahrt auf den Gotthard verantwortet Pfarrer Emanuele di Marco. Er ist auch Leiter des Zentrums für pastorale Liturgie des Bistums Lugano. «Das ist die religiöse Feier mit den meisten Teilnehmenden auf Schweizer Boden, die auch auf den drei nationalen Fernsehsendern übertragen wird», sagt Di Marco.
Die 1. August-Messe findet zeitgleich mit dem Weltjugendtag in Lissabon statt. «Bischof Alain de Raemy wird Ende Juli und Anfang August in Lissabon sein, aber er wird eigens für die Feier am Gotthard zurückkehren. Während der Liturgie wird es einige Zeichen geben, welche die Verbindung zwischen jenen, die am Pass sein werden, und denjenigen, die den Weltjugendtag erleben werden, unterstreichen», so Di Marco. Auch einen Stand zum Weltjugendtag werde man auf dem Gotthardpass vorfinden.
Den Pass erreichen die Pilgernden unter anderem mit Sonderzügen und Shuttle-Bussen. Sonderzug-Fahrkarten sind diesmal gleichzeitig Gratis-Bons für ein Mittagessen am Fest in Airolo, welches das Dorf nach der Messe offeriert.
Die diözesane Wallfahrt am 1. August auf dem Gotthardpass findet nun zum 22. Mal statt. Die erste hatte am 1. August 2000 rund 4000 Personen auf den Pass gelockt.
Die Idee dazu geht auf Giuseppe Beeler zurück, den ehemaligen Verantwortlichen für das Wallfahrtswesen im Bistum Lugano. Er wollte zu den Wurzeln der Evangelisierung zurückzukehren, um der Gesellschaft wieder ein christliches Gesicht zu geben. Das nahm Giuseppe Torti, damals Bischof von Lugano, auf. Der erste Anlass fand im Jahr 2000 statt, zu dem auch die Bischöfe von Chur, Sion, Novara, Como und Mailand geladen wurden.
Der Gotthardpass als Wallfahrtsort hat eine lange Geschichte, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Von den Tälern rings um den Berg fanden zu festgelegten Zeiten Wallfahrten zu einer Kapelle auf dem Gotthard statt.
Der Pass ist nach dem im Mittelalter europaweit verehrten Heiligen Godehardus (960-1038) benannt, einem Benediktiner und Bischof von Hildesheim. Ihm weihte der damalige Mailänder Erzbischof 1230 die dortige Kapelle. (catt.ch/Adaption rp)
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.kath.ch/newsd/die-traditionelle-1-august-messe-auf-dem-gotthard-wird-oekumenischer/