Franziska Driessen-Reding am Gottesdienst der «Zurich Pride»

An der «Zurich Pride» hat die katholische Kirche gefehlt. Doch beim ökumenischen Gottesdienst in der Kirche St. Peter und Paul in Zürich waren Franziska Driessen-Reding und Tobias Grimbacher vom Synodalrat der katholischen Kirche im Kanton Zürich dabei. Der Gottesdienst fand in diesem Jahr ohne Störaktionen statt – dank Polizeischutz.

Charles Martig

Wie Ökumene funktioniert, war in der katholischen Kirche St. Peter und Paul am Sonntag zu erleben. Die christkatholische Pfarrerin Melanie Handschuh, ihre reformierte Pfarrkollegin Priscilla Schwendimann und der katholische Theologe Martin Stewen führten Hand in Hand durch den Gottesdienst. Der Eingangsbereich der Kirche und der Altar waren mit farbigen Tüchern geschmückt. Und auch Stewen hatte seine farbige Stola umgelegt.

Bereits am Samstag gab es kritische Stimmen, warum die katholische Kirche am Festumzug der «Zurich Pride» nicht teilgenommen hätte. So etwa Magdalena Thiele in ihrem Kommentar auf zhkath: «Jesus hätte mitgetanzt». Von Seiten des Generalvikariats Zürich hat die Pride offensichtlich keine direkte Unterstützung. Umso mehr engagierte sich an diesem Sonntag Martin Stewen von der Pfarrei St. Peter und Paul für die Anliegen der queeren Gläubigen.

Der Synodalrat der katholischen Kirche im Kanton Zürich zeigte starke Präsenz. Gleich zwei Mitglieder der Exekutive nahmen am Gottesdienst teil. Die Präsidentin Franziska Driessen-Reding und Tobias Grimbacher zeigten sich beeindruckt.

Dialogpredigt zur Geschichte der Sklavin Hagar

Bei der Dialogpredigt stand die Geschichte von Hagar im Mittelpunkt. Da Abraham und Sara kinderlos waren, sollte die ägyptische Sklavin Hagar anstelle ihrer Herrin ein Kind gebären. Als Hagar von Abraham schwanger wurde, begegnet Sara ihr mit Verachtung. Daraufhin flieht Hagar. Sie wird jedoch von Gott zurückgerufen und soll sich Sara unterordnen. Das Kind erhält den Namen Ismael: «Gott hört».

Ausgehend vom Bibeltext entsteht ein Gespräch, das wichtige Anliegen der LGBTQ-Gläubigen aufnimmt und thematisiert. Urs Bertschinger von der Regenbogenkirche der Evanglisch-methodistischen Kirche hat ein Lied dazu komponiert: «Du bist ein Gott, die mich sieht».

«Denn Gott sieht uns alle»

Im Gegensatz zum Vorjahr, bei dem eine Störaktion stattfand, war dieser Wortgottesdienst zur «Zurich Pride» von der Polizei geschützt. Es fanden keine Interventionen von politischen Aktivistinnen und Aktivisten statt. Beim Gottesdienst stand nicht die Politik, sondern das religiöse Erleben, Singen und die Andacht im Mittelpunkt. Dabei war deutlich zu sehen, dass der Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung in der Community ein sehr wichtiger Wert ist. «Ich wünsche uns allen, dass wir uns so sehen, wie wir sind. Denn Gott sieht uns alle», sagte Benjamin Herrmann von der Fachstelle Mosaic am Schluss der Dialogpredigt.


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https://www.kath.ch/newsd/franziska-driessen-reding-am-gottesdienst-der-zurich-pride/