Deutscher Queer-Beauftragter nimmt bei Kirchen Umdenken wahr

Für den Queer-Beauftragten der Bundesregierung, Sven Lehmann, ist es christlich Menschen «ein Leben ohne Angst und Gewalt zu ermöglichen». Es gehe darum, so sein zu dürfen, wie man ist.

Die Kirchen in Deutschland haben sich aus Sicht des Queer-Beauftragten der Bundesregierung, Sven Lehmann (Grüne), immer weiter Menschen mit verschiedenen Geschlechtsdefinitionen geöffnet.

«Es geht immer weniger um die Vorgabe, du musst so sein, wie wir das wollen, sondern mehr darum, so sein zu dürfen, wie man ist», sagte Lehmann im «Spiegel»-Interview (Samstag).

Leben ohne Angst ermöglichen

Er nehme bei den Kirchen ein Umdenken wahr, so Lehmann und fügte hinzu: «Christlich ist auch, Menschen zu akzeptieren, ihre Würde zu respektieren und ihnen ein Leben ohne Angst und Gewalt zu ermöglichen.»

Lehmann war im Januar vergangenen Jahres zum ersten Queer-Beauftragten der Bundesregierung ernannt worden. Mit dem englischen Wort queer bezeichnen sich Menschen, die nicht heterosexuell sind oder deren geschlechtliche Identität nicht mit gesellschaftlichen Rollenbildern übereinstimmt. Unter ihnen sind Personen mit gleichgeschlechtlicher Orientierung die wohl größte Gruppe.

Neues Gesetz

Derzeit verhandelt die Bundesregierung über ein neues Selbstbestimmungsgesetz, das an die Stelle des bisherigen Transsexuellengesetzes treten soll. Es sieht eine einheitliche Regelung für trans- und intergeschlechtliche sowie nicht-binäre Menschen zur Änderung des Geschlechtseintrages und des Vornamens vor.

Dies soll künftig allein durch eine Erklärung vor dem Standesamt möglich sein. Es geht bei der Reform nicht um geschlechtsangleichende Operationen. (kna)


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