«Laut + Leis»: Sandra Leis gibt Einblick in ihre Podcast-Werkstatt

Der neue Podcast «Laut + Leis» geht am Freitag an den Start. Die Journalistin Sandra Leis präsentierte Themen und Konzept des neuen Podcasts an der Generalversammlung des Katholischen Medienzentrums in Zürich. Künftig will sie hier vertiefende Gespräche anbieten über aktuelle und relevante Themen rund um Religion, Ethik und Gesellschaft.

Sarah Stutte

«Ein Podcast: Was ist das überhaupt?». Damit stieg Sandra Leis im Pfarreisaal St. Peter und Paul in Zürich ein; passend zum Anlass vor einem aufmerksam lauschenden Publikum. Die Produzentin und Gastgeberin des kath.ch-Podcasts «Laut + Leis» erklärte, was Podcast heisst. Es handle sich dabei um ein Kunstwort, das sich aus den englischen Begriffen für «spielen auf Abruf», und «Rundfunk» zusammensetze.

Damit wird der grösste Vorteil des Mediums bereits auf den Punkt gebracht: Ein Podcast kann überall und zu jeder Zeit angehört werden. Beim Joggen, im Fitness-Studio, auf dem Weg zur Arbeit oder vor dem Einschlafen. In der Regel benötigen die Nutzerinnen und Nutzer dafür nur ein Smartphone.

Podcast «Laut + Leis» soll klar definiert sein

Es gebe – führte die neue kath.ch-Podcasterin Sandra Leis aus – verschiedene Arten dieses Audioformats. Beispielsweise Radiosendungen («Echo der Zeit»), die auch als Podcast erhältlich wären oder die sehr beliebten «True Crime»-Podcasts. Auch das klassische Hörspiel nennt sich jetzt «Fiction»-Podcast.

Für kath.ch hat Sandra Leis seit Februar 2023 einen Podcast entwickelt, der für die digitale Nutzung konzipiert ist. Wichtig für einen erfolgreichen Podcast, so die Expertin, seien klare Definitionen von Inhalt, Form und Zielgruppe. «Die User wollen wissen, was sie bekommen», hält Sandra Leis fest.

Laute und leise Töne

Weiter sollte die Moderation stets von einer oder zwei Personen kommen, um Identifikation zu bieten. Das unterstreicht auch der Titel «Laut + Leis». «Ein Wortspiel aus meinem eigenen Namen. Damit soll aber zudem das Spannungsfeld zwischen laut und leise aufgezeigt werden, in dem wir uns täglich bewegen. Das soll meine Gesprächshaltung sein, ein Versprechen, das ich versuche einzuhalten», erklärt Leis.

Zum Wiedererkennungswert tragen ferner eine konsequente Soundgestaltung und regelmässige Erscheinung bei. Zudem will die «Community» gepflegt werden: auf den sozialen Medien, per Mail und WhatsApp.

Breiter und vielfältiger Markt

Mehr als die Hälfte der Nutzerinnen und Nutzer höre Podcasts konzentriert und frei von Ablenkung. Deshalb müsse die Tonqualität ausgezeichnet sein. Der Titel und die Beschreibung, die sogenannten Shownotes, sollten prägnant sein, damit die potenziellen Hörerinnen und Hörer nicht weiterklicken. «Audio ist Kino im Kopf», sagt Sandra Leis.

Auf die direkt ans Publikum gerichtete Frage, wer denn überhaupt Podcasts hört, gehen die Hände hoch. Dass die Nachfrage nach dem Medium gross ist – «Der Markt ist breit und vielfältig» – so Sandra Leis, bestätigt auch die Podcastschmiede Winterthur.

Was bedeutet «katholisch sein heute»?

Laut Studien hört bereits ein Drittel der Schweizer Gesamtbevölkerung regelmässig Podcasts. Von den 18- bis 24-Jährigen sind es fast zwei Drittel. Gemessen am Fernsehen, dem Top-Medium Nummer 1 in der Schweiz, hätte der Podcast aber noch Luft nach oben. Aber es gibt rund 2,6 Millionen Menschen in der Schweiz, die gelegentlich Podcasts hören. «Das ist ein grosses Potential», meint Sandra Leis.

Das zeige sich ferner im Themenbereich Religion und Spiritualität, in dem es momentan vor allem viele «Erbauungspodcasts» gebe. Gerade deshalb sei hier noch Platz für ein Format wie «Laut + Leis», das sich vertieft und informativ damit auseinandersetzen will, was das «katholisch sein» in der heutigen Zeit bedeute.

Start mit Patti Basler

Die einzelnen Episoden sollen aktuelle und relevante Themen behandeln und diese aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. «Wir laden dazu Gäste ein, die über den eigenen Tellerrand hinausschauen und etwas zu sagen haben», sagt Sandra Leis.

So wie die Satirikerin Patti Basler, die in der ersten Folge von «Laut + Leise» über ihre katholische Herkunft spricht und die deutsche Sachbuchautorin und Politikjournalistin Anna Mayr, die sich in Episode zwei mit Geld und Armut beschäftigt.

Kulturkatholiken abholen

Die Gespräche finden bewusst auf Hochdeutsch statt, damit diese auch in Deutschland und Österreich gehört werden können. Zudem hat sich Sandra Leis auf die Fahne geschrieben, wenn immer möglich zu den Gästen hinzureisen, um echte Atmosphäre auf der Tonspur aufzunehmen.

Mit «Laut + Leis» möchte kath.ch eine Gruppe von 35 bis 44-Jährigen erreichen, die sich eher im kulturellen Kontext mit kirchlich-religiösen Themen auseinandersetzen. Auf der Online-Plattform kath.ch liegt diese Gruppe derzeit bei 17 Prozent. Mit Hilfe des neuen Podcasts soll diese Zahl auf 20 Prozent ansteigen. Ein weiteres Ziel von Sandra Leis: Dass in den 30 Tagen nach der Ausstrahlung des Podcasts, dieser 1000 Mal angehört wurde.

Mit Texten und Videos umrahmt

Um dies zu erreichen, sei auch die Distribution wichtig, betont Sandra Leis. Der Podcast wird auf der Homepage von kath.ch sowie den Social Media-Kanälen und YouTube bespielt sowie bei allen gängigen Podcast-Anbietern. Ferner wird mit Artikeln und kurzen Videoclips auf kath.ch auf den Podcast aufmerksam gemacht.

Auf die Frage aus dem Publikum, wie denn die Gäste ausgewählt würden, meint Sandra Leis, dass sie diese nach Themen auswähle. «Zudem ist entscheidend, wie sie vor dem Mikrofon sprechen.» Auch die Redaktion kath.ch sei bei der Suche nach geeigneten Gesprächsteilnehmenden eine grosse Hilfe.

Chefredaktor Charles Martig ergänzt: «Sandra Leis steht als festes Redaktionsmitglied in ständigem Kontakt mit der Redaktion. In den gemeinsamen, täglichen Sitzungen sehen wir, welche Themen gerade wie laufen und geben Inputs zu Themen und Personen.»

Überraschend katholisch

Wie sich «Laut + Leis» denn inhaltlich in dem katholischen Segment positionieren wolle, wird von Christian Geltinger gefragt, dem neuen Leiter Kommunikation der Katholischen Kirche Region Bern. Sandra Leis erwidert: «Wir versuchen, neue, auch jüngere Gäste zu finden und damit zu überraschen.» Geltinger hakt nach: «Kommt der katholische Aspekt dabei denn genug zum Tragen?»

«Natürlich», so Sandra Leis. Dies nicht nur in der ersten Episode mit der bekannten Satirikerin Patti Basler, sondern auch in den folgenden.

Ab Freitag sind die ersten beiden Folgen von «Laut + Leis» auf kath.ch/podcast und bei allen gängigen Podcast-Anbietern zu hören. Der Trailer kann dort bereits angehört werden. Künftig ist jede zweite Woche eine neue Folge geplant, die jeweils am Freitag publiziert wird.

Die Präsentation von Sandra Leis unter dem Titel «Podcast für die katholische Kirche» fand im Rahmen der Generalversammlung des Vereins Katholisches Medienzentrum am 23. Mai in Zürich statt. Sie richtete sich an katholische Kommunikationsleute, Journalistinnen und Vertreter aus katholischen Organisationen, Hilfswerken und Verbänden. (sas)


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https://www.kath.ch/newsd/laut-leis-sandra-leis-gibt-einblick-in-ihre-podcast-werkstatt/