Die St. Galler Stadtpräsidentin Maria Pappa sieht in der Mutter von Jesus eine starke Frau, die «einige Herausforderungen zu meistern hatte». Im Marienmonat Mai sagen Frauen mit dem Vornamen Maria, was ihnen die Gottesmutter bedeutet.
Barbara Ludwig
Warum haben Ihre Eltern Ihnen den Namen Maria gegeben?
Maria Pappa*: In Italien war es üblich, dass man die Kinder so nennt wie die Grosseltern. Ich habe den Namen meiner Grossmutter väterlicherseits erhalten.
Gefällt Ihnen Ihr Name?
Pappa: Mein ganzer Name heisst Maria Antonia. Speziell ist, dass ich als Kind nicht Maria genannt wurde, sondern Antonella. Ich reagierte somit lange auf diesen Namen und nicht auf Maria. Es gibt noch heute Menschen in Italien, die mich Antonella nennen. Mir gefällt der Name Maria jedoch sehr. Ich finde ihn melodiös.
Was bedeutet Ihnen Maria, die Mutter Jesu?
Pappa: Ich sehe in ihr das Leben einer starken Frau, die einige Herausforderungen zu meistern hatte.
Als junge und ledige Frau erfährt sie von einer ungeplanten Schwangerschaft. Danach muss sie fliehen.
«Als ihr Kind wächst, spürt sie, dass es anders ist»
Als ihr Kind wächst, spürt und erfährt sie, dass es anders ist, dass es auffällt. Jesus geht seinen eigenen, speziellen Weg. Zuletzt muss Maria miterleben, wie ihr Sohn verspottet, gefoltert und hingerichtet wird. Ein grosser Schmerz für jede Mutter. Leider wurde über sie selbst und ihr Leben nicht mehr niedergeschrieben – das Schicksal vieler Frauen.
Inwiefern ist die biblische Gestalt für Sie ein Vorbild?
Pappa: Eine mutige, selbstbewusste Frau, die ihrer inneren Stimme folgt.
«Das Rosenkranzgebet erinnert mich an meine Grossmutter.»
Praktizieren Sie das Rosenkranzgebet?
Pappa: Nein, ich praktiziere es nicht. Es erinnert mich jedoch an meine Grossmutter, die es praktiziert hat. Ich bin überzeugt, dass dieses Gebet etwas Meditatives und Beruhigendes an sich hat.
Pilgern Sie – regelmässig oder gelegentlich – zu Marienwallfahrtsorten?
Pappa: Wenn ich auf Reisen bin, besuche ich gerne die verschiedenen Kirchen und Kapellen. Ich geniesse jeweils die Atmosphäre und die Ruhe, die dort meist herrscht. Ich bin jedoch nie spezifisch an einen Ort gereist, nur weil es dort eine Wallfahrtsstätte gibt. Das heisst, ich war schon in Einsiedeln, aber nicht, weil es ein Marienwallfahrtort ist.
*Maria Pappa (*1971) ist seit November 2020 Stadtpräsidentin von St. Gallen. Die SP-Politikerin hat süditalienische Wurzeln und engagiert sich in der römisch-katholischen Kirche, etwa als Lektorin in der Kathedrale St. Gallen.
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