Beim 54. Festival Visions du Réel in Nyon (21.-30. April 2023) hat die von INTERFILM und SIGNIS berufene Interreligiöse Jury ihren Preis an den Film «Pure Unknown» von Valentina Cigogna und Mattia Colombo vergeben. In dem Film geht es auch um das Thema Migration.
Der Preis ist mit 5’000 Franken dotiert, gestiftet von der Katholischen Kirche der Schweiz (RKZ), den Reformierten Kirchen der französischen Schweiz (CER) und ihrem Mediendepartement Médias-pro sowie dem Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund (SIG).
Der preisgekrönte Film «Pure Unknown» (Italien, Schweiz, Schweden, 2023) zeigt die professionelle, empathische und engagierte Arbeit der italienischen Gerichtsmedizinerin Dr. Cristina Cattaneo, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die von der Polizei aufgefundenen Leichen von «völlig Unbekannten» zu identifizieren.
Die Kamera bewegt sich mit Feingefühl und Scham in den Autopsiesälen und bei den Gesprächen mit den Angehörigen der Vermissten, wobei sie die tiefe Menschlichkeit hervorhebt, die die Ärztin in ihre Gesten und Worte einfliessen lässt.
Durch Cristinas Kontakt mit einem Abgeordneten des Europäischen Parlaments öffnet der Film auf unerwartete Weise den Blick auf das Thema Migration und das damit verbundene Leid. Familien über den Tod ihrer Angehörigen im Mittelmeer zu informieren, ist der letzte Akt des Respekts, der in einer zerrissenen Welt möglich ist. (woz)
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.kath.ch/newsd/pure-unknown-wird-als-film-in-nyon-ausgezeichnet/