Im Kloster St. Ursula in Brig konnte Jesuitenpater Peter Henrici jüngst seinen 95. Geburtstag feiern. Er zeigte sich in bester Laune, und scherzte, dass er auf keinen Fall 100 Jahre alt werden möchte. «Das dauert ja dann nochmals fünf Jahre.» Ein Rezept fürs Älterwerden hat der emeritierte Weihbischof von Chur übrigens nicht.
Wolfgang Holz
Es ist gar nicht so einfach, Pater Peter Henrici SJ dieser Tage ans Telefon zu bekommen. Offensichtlich hält ihn sein vor kurzem am 31. März begangener 95. Geburtstag noch immer in Bewegung.
«Ich habe die Feierlichkeiten einigermassen überstanden», bekennt der gebürtige Zürcher. «Ich bin aber froh, dass nur einmal im Jahr Geburtstag gefeiert wird», fügt er mit trockenem Humor an. Zahlreiche Gratulationsschreiben und viele Blumensträusse haben ihn erreicht.
Ganz zu schweigen von den vielen Menschen am Telefon, die ihn zu seinem biblischen Alter beglückwünschten. «Es war richtig streng an meinem Geburtstag.» Jetzt müsse er erstmal einen Stoss Briefe beantworten.
Hat er denn eigentlich ein Rezept fürs Älterswerden? «Nein, überhaupt nicht. Man muss einfach warten, bis man stirbt.»
Im Grossen und Ganzen gehe es ihm gut, konstatiert Pater Henrici. «Nur habe ich einen schlechten Fuss, der behandelt werden muss.» Deshalb könne er nur im Sitzen die Messen im Kloster St. Ursula lesen, wo er seit 2015 lebt. Die Schwestern seien ihm sehr dankbar dafür. Ansonsten hält er sich gerne noch öfters in der Bibliothek auf. «Ich schlafe auch viel.»
1928 wurde Peter Henrici in Zürich geboren. Er studierte nach der Matura Altphilologie und Indogermanistik in Zürich und Philosophie und Theologie in Pullach bei München, in Rom, Löwen und in Paris. 1947 trat er in den Jesuitenorden ein. Am 23. Juli 1958 wurde er in Zug zum Priester geweiht.
Von 1960 bis 1993 lehrte er als Professor für neuere Philosophiegeschichte an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom und ab 1993 als Gastprofessor an der Theologischen Hochschule Chur, die ihn 2008 zum Honorarprofessor ernannte. Seit 1983 ist er Mitherausgeber der «Internationalen Zeitschrift Communio».
«Meine beste Zeit hatte ich als Generalvikar von Zürich», erinnert sich Pater Henrici. Da habe er so viele verschiedene Menschen getroffen. Bekanntlich ernannte ihn Papst Johannes Paul II. am 4. März 1993 zum Weihbischof des Bistums Chur. Am 5. Februar 2007 nahm Papst Benedikt XVI. sein altergemäss vorgebrachtes Rücktrittsgesuch von seinem Amt als Weihbischof an.
Noch gut kann er sich übrigens an Papst Benedikt XVI. erinnern, der Ende letzten Jahres gestorben ist. «Er war ein Jahr älter, und ich habe ihn noch in sehr guter Erinnerung. Wir haben uns auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil zum ersten Mal getroffen.»
Hinweis: Die letzte Frage in diesem Interview hat die Redaktion kath.ch am 2. April 2023 um 8.58 Uhr gelöscht.
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