Würdigung des Papstes zum zehnjährigen Jubiläum

Zum zehnjährigen Amtsjubiläum von Papst Franziskus äusserten sich bereits die italienischen Bischöfe. So würdigte Matteo Zuppi, Vorsitzender der italienischen Bischofskonferenz, den Einsatz des katholischen Kirchenoberhaupts für die Armen. Doch auch führende Persönlichkeiten aus Christentum und anderen Religionen lobten dessen Verdienste.

Am Montag jährt sich zum zehnten Mal die Amtswahl von Papst Franziskus. «Franziskus erinnert uns daran, dass die Armen nicht das Problem von irgendwelchen freiwilligen Helferinnen und Helfern oder von Fachleuten sind, sondern dass wir alle diese Fachleute sind, und dass die Armen unsere Brüder sind», sagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Matteo Zuppi, in einem Interview der italienischen Zeitung «La Repubblica» (Onlineausgabe Sonntag).

Der Papst besitze eine besondere Anziehungskraft und Sympathie, meinte Matteo Zuppi weiter. «Er hat sich nie vor der direkten Beziehung gescheut, ohne Filter, ohne Angst vor den Menschen», so der Erzbischof von Bologna.

Franziskus hilft der Kirche

Zuppi widersprach innerkirchlichen Kritikern, die Franziskus vorwerfen, Verwirrung über die katholische Lehre zu stiften. «Franziskus hilft der Kirche, nach vorne zu schauen und vereint zu sein. Er lädt uns ein, die Vielfalt zu einem Reichtum zu machen, er ermahnt uns, nicht die Vielfalt, sondern die Spaltung zu bekämpfen», so der Kardinal. Auch Jesus sei teilweise von religiösen Vertretern angefeindet und von Nichtglaubenden geliebt worden, sagte Zuppi.

Patriarch Bartholomaios I., Ehrenoberhaupt der Orthodoxie, betonte das gemeinsame friedenspolitische und ökologische Engagement. Der Oberrabbiner Roms, Riccardo Di Segni, lobte die «besondere Freundschaftsbeziehung» des Papstes zum jüdischen Volk. Als Vertreter des sunnitischen Islam übersandte der Grossimam der Kairoer Azhar-Universität, Ahmad al-Tayyib, Segenswünsche.

Frieden und Bewahrung der Schöpfung

Der Anglikanerprimas Justin Welby lobte die «ausserordentlich tiefe Menschlichkeit» des 86-jährigen Franziskus, der jeder Person unendlichen Wert beimesse, ohne Kompromisse mit der Wahrheit einzugehen. Die Grussworte erschienen in der Vatikanzeitung «Osservatore Romano» (Montag).

Bartholomaios I. führte aus, über die Themen Frieden und Bewahrung der Schöpfung hätten sich orthodoxe und katholische Kirche im Einsatz für «die Letzten unter unseren leidenden Brüdern und Schwestern» angenähert.

Der Patriarch von Konstantinopel, der den Papst den «ersten Bischof von Rom» und einen «lieben Freund» nannte, richtete den Blick auch auf die in zwei Jahren anstehenden Jubiläumsfeiern zum Konzil von Nizäa, das im Jahr 325 die Grundlagen des christlichen Glaubens formulierte.

Zahl zehn als Grundlage guten Handelns

Oberrabbiner Di Segni verwies von den zehn Amtsjahren ausgehend auf die Zehn Gebote, zehn Worte Gottes zur Erschaffung der Welt und zehn Rebellionen des Volkes Israel während des Zugs durch die Wüste. Die Zahl zehn erinnere damit an die Grundlagen guten Handelns «und bisweilen den Wunsch, diese Fundamente auszuhebeln».

Al-Tayyib schrieb, er denke «mit Stolz» an die vergangenen zehn Jahre. Während dieser Zeit habe Franziskus «Brücken der Liebe und Geschwisterlichkeit zwischen allen Menschen» gebaut und für den Dialog zwischen Religionen als Grundlage für den Frieden gewirkt.

Sinn für Ironie

Welby, der mit dem Papst und dem obersten Vertreter der Reformierten Kirche von Schottland, Iain Greenshields, im Februar eine Friedensmission im Südsudan unternommen hatte, würdigte die überraschenden Blickwinkel, mit denen der Jesuit Probleme angehe.

Zudem hob er dessen Sinn für Ironie hervor. So habe Franziskus sich ihm bei ihrer ersten Begegnung als «drei Tage älter» vorgestellt – die Amtseinführung von Franziskus erfolgte am 19. März 2013, die von Welby am 21. März. (cic)


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