Die französische Theologin Valérie Duval-Poujol wirbt beim synodalen Prozess in Prag für eine geschwisterliche Kirche. Dazu gehöre auch die Zulassung von Frauen zum Weiheamt. Grundlage hierfür sei die Taufe: «Es gibt nicht eine blaue Taufe für Jungen und eine rosa Taufe für Mädchen. Es gibt nur eine Taufe!»
«Ich spreche zu Ihnen als ökumenischer Gast der KEK, genauer gesagt als baptistische Theologin. Die Ökumene im Katholizismus ist keine Option, wie Papst Franziskus betont. Und Ihre Beiträge in diesen drei Tage haben das ebenfalls unterstrichen.
Wir haben so viele gemeinsame Herausforderungen, wie wir Christinnen und Christen heute, im Jahr 2023, in Europa leben: Wie können wir in unseren säkularisierten Gesellschaften evangelisieren? Wie halten wir die Jugend bei der Stange? Wie können wir unsere Kirchen und Institutionen zu sicheren Orten machen? Und was ich am meisten betonen möchte, ist die Einbeziehung von Frauen.
Viele anglikanische protestantische Kirchen haben den Schritt gewagt, Frauen als Diakoninnen, Vorsitzende des Presbyteriums, Predigerinnen, Pastorinnen, Bischöfinnen und Erzbischöfinnen einzusetzen. Diese Kirchen haben dadurch weder ihre Seele noch ihre Gläubigen verloren.
Wenn die Kirche ein Leib ist, um das biblische Bild zu verwenden, sagen wir, dass dieser Leib in vielen christlichen Konfessionen halbseitig gelähmt ist, weil ihm die Hälfte der Gaben seiner Mitglieder vorenthalten wird? Es gibt nur eine Taufe! Es gibt nicht eine blaue Taufe für Jungen und eine rosa Taufe für Mädchen. Es gibt nur eine Taufe!»
Die französische Theologin Valérie Duval-Poujol ist Vorstandsmitglied der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK). Sie ist Baptistin und äusserte sich am Donnerstag als Gast des synodalen Prozesses in Prag. (rr)
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