Papst gegen «Recht auf Abtreibung» und Todesstrafe

Das Leben wird nicht nur durch Konflikte, Hunger und Krankheiten gefährdet, sondern bereits im Mutterleib. In einer Ansprache an Diplomaten lehnt Papst Franziskus ein Recht auf Abtreibung ebenso wie die Todesstrafe ab. In der Rede beklagte Franziskus zudem eine Gesinnungsdiktatur in internationalen Organisationen.

In seiner aussenpolitischen Neujahrsansprache hat sich Papst Franziskus gegen ein «Recht auf Abtreibung» ausgesprochen. An die Adresse der 183 Staaten, mit denen der Vatikan diplomatische Beziehungen unterhält, sagte der Papst am Montag im Vatikan: «Frieden verlangt zuallererst, dass das Leben verteidigt wird, ein Gut, das heute nicht nur durch Konflikte, Hunger und Krankheiten gefährdet ist, sondern allzu oft schon im Mutterleib, indem ein angebliches ‘Recht auf Abtreibung’ geltend gemacht wird. Niemand kann jedoch ein Recht auf das Leben eines anderen Menschen beanspruchen, schon gar nicht, wenn er wehrlos ist und somit keine Möglichkeit hat sich zu verteidigen.»

Todesstrafe schürt nur Durst nach Rache

Franziskus appellierte an die politisch Verantwortlichen, «sich für den Schutz der Rechte der Schwächsten einzusetzen und die Wegwerfkultur zu überwinden, die leider auch Kranke, Behinderte und ältere Menschen betrifft.» Zugleich setzte er sich für die Überwindung der Todesstrafe ein und erinnerte in diesem Kontext an den Iran, «wo die jüngsten Demonstrationen mehr Respekt für die Würde der Frauen gefordert haben».

Der Papst erklärte, die Todesstrafe könne «nicht für eine angebliche staatliche Gerechtigkeit herhalten, da sie weder abschreckt noch den Opfern Gerechtigkeit verschafft, sondern nur den Durst nach Rache schürt. Ich fordere daher, dass die Todesstrafe, die immer unzulässig ist, weil sie die Unverletzlichkeit und Würde der Person angreift, in der Gesetzgebung aller Länder der Welt abgeschafft wird.»

Franziskus beklagt Gesinnungsdiktatur

In seiner Rede an die Diplomaten beklagte Franziskus zudem eine bei internationalen Konferenzen und Organisationen zu beobachtende Gesinnungsdiktatur. Wörtlich sagte er: «In letzter Zeit sind die verschiedenen internationalen Foren jedoch durch eine zunehmende Polarisierung und den Versuch gekennzeichnet, ein Einheitsdenken aufzuerlegen, das den Dialog verhindert und Andersdenkende ausgrenzt. Es besteht die Gefahr eines Abdriftens, welches immer mehr das Gesicht eines ideologischen Totalitarismus annimmt.»

Dieser Totalitarismus fördere «die Intoleranz gegenüber denjenigen, die sich nicht an vermeintliche Positionen des ‘Fortschritts’ halten». Damit führe diese Ideologie «zu einem allgemeinen Rückschritt der Menschlichkeit durch die Verletzung der Gedanken- und Gewissensfreiheit».

Zudem werde versucht, «insbesondere den ärmeren Ländern Formen der ideologischen Kolonisierung aufzuzwingen». Der Papst beklagte, dass die Gewährung von Wirtschaftshilfe an die Annahme solcher Ideologien gekoppelt werde. (cic)


Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

https://www.kath.ch/newsd/papst-gegen-recht-auf-abtreibung-und-todesstrafe/