Kardinal Cantoni aus Como will im Vatikan-Strafprozess aussagen

Kardinal Oscar Cantoni, Erzbischof von Como, ist bereit, am 1. Dezember als Zeuge auszusagen. Er wird auf das Verhältnis des angeklagten Kardinal Giovanni Angelo Becciu zum Hauptzeugen Alberto Perlasca eingehen.

Dabei geht es vorrangig um den Vorwurf der Zeugenbeeinflussung gegen Becciu, wie italienische Medien am Freitag berichteten. Als Ex-Verwaltungsleiter im vatikanischen Staatssekretariat spielt Perlasca, der wohl wieder in seinem Heimatbistum Como weilt, eine entscheidende und ambivalente Rolle im Verfahren.

«Peterspfennig» für Antwaltskosten?

So berichteten Kurienmitarbeiter in jüngsten Zeugenaussagen, dass Perlasca unter dem damaligen Substituten Kardinal Becciu die Hoheit über alle finanziellen Angelegenheiten erhielt.

Auch verwiesen Zeugen darauf, dass der «Peterspfennig», die Spende für den Papst und seine karitative Arbeit, genutzt worden sei, um weniger Wohltätiges zu finanzieren. So seien etwa Anwaltskosten in Missbrauchsfällen in den USA damit beglichen worden, schreibt «Il Messaggero».

Londoner Luxusimmobilie im Fokus

Im Kern geht es in dem Prozess um mögliche Straftaten beim Erwerb einer Londoner Immobilie. Hierbei sollen Medienberichten zufolge auch «Peterspfennig»-Spenden benutzt worden sein. Die Immobilie hat der Vatikan inzwischen mit einem Verlust von nach eigenen Angaben rund 130 Millionen Euro verkauft. Im Fall des angeklagten Kardinals Becciu werden im Prozess zudem Geldüberweisungen in sein Heimatbistum auf Sardinien behandelt.

Neben ihm sitzen neun weitere Ex-Mitarbeiter oder vom Vatikan zwischenzeitlich beauftragte Personen auf der Anklagebank. Die Vorwürfe gegen sie reichen von Unterschlagung, Korruption, Erpressung, Geldwäsche, Betrug über Amtsmissbrauch und Urkundenfälschung. (cic)


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