Benedikt XVI. äussert sich zum Zweiten Vatikanischen Konzil

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat sich nach langer Zeit wieder öffentlich geäussert. Und zwar zum Zweiten Vatikanischen Konzil. Dessen positive Kraft entfalte sich nun langsam.

Anlässlich der Jahreskonferenz der Vatikanischen Stiftung Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. schrieb der 95-Jährige einen Brief an den Präsidenten der ausrichtenden «Franciscan University of Steubenville» in Ohio. Die Uni veröffentlichte das Schreiben am Donnerstag (Ortszeit) auf ihrer Website.

Anfang Jahr Aussagen zum Missbrauch

Zuletzt Anfang des Jahres hatte sich der emeritierte Papst persönlich zu Wort gemeldet. Gleich zwei Mal reagierte er auf das Mitte Januar veröffentlichte Gutachten zu Missbrauch im Erzbistum München-Freising.

In dem aktuellen Schreiben, datiert auf den 7. Oktober, äussert sich das ehemalige Kirchenoberhaupt zum Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965), das zunächst mit dem Risiko behaftet gewesen sei, «die Kirche zu verunsichern und zu erschüttern, anstatt ihr eine neue Klarheit für ihre Sendung zu geben». Doch mit der Notwendigkeit, die Frage nach Wesen und Auftrag der Kirche neu zu formulieren, entfalte sich nun langsam die positive Kraft des Konzils, so Benedikt XVI.

Den von ihm unterschriebenen Brief verlas Stiftungsleiter und ehemaliger Vatikansprecher Federico Lombardi zur Eröffnung der Konferenz. An der Konferenz nahm auch der Passauer Bischof Stefan Oster teil. (cic)


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