Für RKZ-Generalsekretär Daniel Kosch ist die Verlängerung des synodalen Prozesses eine Chance des stärkeren Einbezugs von Getauften. Auch die Schweizer Bischöfe könnten eine Vorreiterrolle übernehmen, indem sie Impulse für weltkirchliche Entwicklungen setzen.
«Die Verlängerung der Synode über die Synodalität der Kirche bis Herbst 2024 betont, wie wichtig das Thema ist und lässt erkennen, dass synodale Wege tatsächlich «im Gehen entstehen». Zudem öffnet die Verlängerung Räume und Zeitfenster für den stärkeren Einbezug des Volkes Gottes.
Noch gilt es allerdings abzuwarten, welche Spielregeln für diesen Einbezug gelten sollen: Bleibt es weiterhin dabei, dass die Getauften zwar «gehört» werden, aber keinerlei Mitentscheidungsrechte erhalten?
Diese Fragen müssen nicht zwingend in Rom entschieden werden. Die Bischöfe und Bischofskonferenzen haben die Möglichkeit der «Selbstbindung», mit der sie sich verpflichten, im Rahmen ihrer eigenen Zuständigkeit Ergebnisse synodaler Prozesse für verbindlich zu erklären und umzusetzen.
Angesichts ihrer Erfahrungen mit dem dualen System und mit breiter Mitverantwortung von Frauen und Männern ohne Weihe in der Seelsorge, haben die Schweizer Bischöfe die Chance, diesbezüglich eine Vorreiterrolle zu übernehmen und damit Impulse für weltkirchliche Entwicklungen zu setzen. Statt «Wir sind ganz Ohr für Ihre Stimme» müsste der Slogan für eine nächste synodale Phase dann etwa so lauten: «Wir sind ganz Ohr und Ihre Stimme zählt».
Daniel Kosch ist Generalsekretär der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ). Gegenüber kath.ch äussert er sich zum gerade verlängerten synodalen Prozess. (sas)
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https://www.kath.ch/newsd/wir-sind-ganz-ohr-und-ihre-stimme-zaehlt/