«Ich bin überzeugt, dass die katholische Kirche die Frauen irgendwann gleichberechtigt zu allen Ämtern zulassen wird. Das bedeutet aber auch eine Veränderung der bisherigen Kultur. Die männerdominierte klerikale Struktur wird sich verändern müssen. Mit Blick auf die Zukunft der katholischen Kirche gehe ich davon aus, dass wir zahlenmässig kleiner werden. Wir müssen eine Form finden, wie wir diesen Abbauprozess in einer Art gestalten können, dass wir sowohl die Menschen im christlichen Leben begleiten als auch die Verantwortung für unsere Kulturgüter wahrnehmen können. Wir müssen uns auch anders aufstellen, weil sich der Fachkräftemangel in der Kirche schnell und markant verschärft. In der katholischen wie in der evangelischen Kirche kommt es vermehrt zu Kirchenaustritten.»
Urs Brosi antwortet im Interview mit der «Thurgauer Zeitung» vom 10. Oktober auf die Frage, wie er sich die katholische Kirche der Zukunft vorstellt. Urs Brosi, bislang Generalsekretär der Landeskirche Thurgau, beginnt am 1. Dezember seine Tätigkeit als Generalsekretär der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ). (bal)
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