Ministranten protestieren gegen Kardinal Woelki: Jetzt spricht das Erzbistum

Der Protest gegen Kardinal Woelki hat Rom erreicht: Ministrantinnen und Ministranten drehen Kardinal Woelki während der Predigt den Rücken zu und rufen «Woelki muss weg». Nun äussert sich das Erzbistum.

«Während der Predigt des Erzbischofs in St. Paul vor den Mauern standen Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Gottesdienst sukzessive von ihren Plätzen auf, drehten sich um und verfolgten weiter die Predigt, während sie aber dem Erzbischof den Rücken zuwandten.

«Aufstehen und Wegdrehen»

Angesichts innerer Spannungen in der Kirche und im Erzbistum Köln überrascht es mich nicht, dass wir diese auch auf einer Ministrantenwallfahrt des Erzbistums Köln nach Rom nicht einfach hinter uns lassen. Einige der Ministrantinnen und Ministranten haben diese Spannungen durch ihr Aufstehen und Wegdrehen zum Ausdruck gebracht.

Wir als Jugendseelsorge nehmen die Gedanken, Sorgen und zum Teil konträre Meinungen unserer Jugendlichen ernst. Aus diesem Grund habe ich die Gruppenleiter darum gebeten, mit Gesprächsangeboten auf die Jugendlichen zuzugehen. Auch Kardinal Woelki hat sich unmittelbar nach der Heiligen Messe Zeit genommen, um mit einigen Jugendlichen ins Gespräch zu kommen.

«Brücken suchen und Brücken bauen»

Unabhängig davon bleibt für die 2000 Ministrantinnen und Ministranten der eigentliche Grund der Wallfahrt bestehen: Wir haben uns aus dem Erzbistum Köln auf den Weg nach Rom gemacht, um gemeinsam, trotz aller Spannungen, Gemeinschaft zu suchen und den Glauben an Christus zu feiern. Diese Wallfahrt dient dazu Brücken zu suchen und Brücken zu bauen, Gemeinschaft im Glauben zu finden und sich an ihr zu freuen.»

Tobias Schwaderlapp ist Diözesanjugendseelsorger des Erzbistums Köln und war in Rom vor Ort. Er nimmt auf Anfrage von kath.ch Stellung. (jas)


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