Papst Franziskus will am 9. Oktober zwei Ordensmänner heiligsprechen. Giovanni Battista Scalabrini, den Gründer der italienischen Auswandererseelsorge, und den argentinischen Laienbruder Artemide Zatti.
Das Kirchenoberhaupt werde der Messe für den italienischen Bischof und Auswandererseelsorger Giovanni Battista Scalabrini (1839-1905) und den italo-argentinische Laienbruder Artemide Zatti (1880-1951) persönlich vorstehen, teilte der Vatikan am Dienstag mit. Die beiden Ordensmänner werden in Italien beziehungsweise Lateinamerika sehr verehrt.
Scalabrini, ehemaliger Bischof von Piacenza, stammte aus Como in Norditalien. Er gilt als Gründer der italienischen Auswandererseelsorge und wird auch als «Vater der Migranten» bezeichnet. 1997 wurde er von Papst Johannes Paul II. (1978-2005) für seinen Einsatz für Migranten und Flüchtlinge seliggesprochen.
Die von Scalabrini gegründeten Ordensgemeinschaften sind bis heute in der Auswandererseelsorge aktiv. Papst Franziskus stammt selbst aus einer ursprünglich italienischen Familie, die in den 1930er-Jahren nach Argentinien auswanderte.
Zatti, der in Argentinien als «heiliger Krankenpfleger von Patagonien» bekannt ist, wurde 2002 seliggesprochen. Erst im April erkannte Franziskus ein Wunder an, das auf Fürsprache des Salesianers und Missionars geschehen seien soll.
Die Heiligsprechung in der katholischen Kirche ist eine feierliche Erklärung des Papstes über das vorbildlich christliche Leben eines Menschen und dessen endgültige Aufnahme bei Gott. Nach dieser Kanonisation, die im Rahmen eines Festgottesdienstes vollzogen wird, darf die betreffende Person weltweit verehrt werden.
Der Heiligsprechung geht ein kirchlicher Prozess über mehrere Instanzen voraus, dessen Grundzüge auf das 18. Jahrhundert zurückgehen. Dabei muss nachgewiesen werden, dass auf Fürsprache des Gestorbenen ein wissenschaftlich unerklärliches Wunder geschehen ist.
Bei Märtyrern, die wegen «Hass auf den Glauben» ermordet wurden, wird auf einen gesonderten Nachweis eines nach dem Tod gewirkten Wunders verzichtet. Dem Papst steht es auch frei, Persönlichkeiten unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne Nachweis eines Wunders heiligzusprechen. (kna)
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