Sarah Paciarelli kritisiert Rechtsrutsch in Italien: «Das ist nicht meine Regierung!»

Der Wahlsieg der italienischen Rechtspopulistin Giorgia Meloni sorgt in Europa für Empörung. «Giorgia Meloni erinnert mich stark an Donald Trump», sagt SKF-Sprecherin Sarah Paciarelli. Sie hat polnisch-italienische Wurzeln.

«Ich bin enttäuscht über den Sieg des Mitte-Rechts-Bündnisses aus Lega, Forza Italia und Fratelli d’Italia. Die Chefin der rechtsradikalen Fratelli d’Italia, Giorgia Meloni, erinnert mich stark an Donald Trump. Make Italy great again, lautet ihre Botschaft.

Es mag verlockend wirken, in schwierigen Zeiten auf eine vermeintliche Heilsbringerin zu setzen. Meloni verspricht einfache Lösungen für eine immer komplexer werdende Welt. 

Das Rezept? Gott. Vaterland. Familie. Ein christlicher Gott ausschliesslich. Ein Vaterland nur für italienische Patriotinnen und Patrioten. Eine Familie nur gedacht als heteronormative Familie. Sie inszeniert sich als Leaderin, die auch die vermeintlich Schuldigen für alle Probleme des Landes zu kennen scheint: Die EU, die Migrantinnen und Migranten und die die LGBTQIA+-Community. 

Ich hätte mir gewünscht, dass Italien nach konstruktiven Lösungen für die Probleme des Landes sucht. Eines davon ist der seit Jahrzehnten grassierende italienische Menefreghismo, der Mix aus Gleichgültigkeit, Ignoranz und Politikverdrossenheit, der dazu geführt hat, dass viele staatlichen Strukturen und Institutionen schlichtweg nicht mehr funktionsfähig sind.

Melonis Fratelli d’Italia sind nicht nur rechtskonserativ. Sie sind offen neofaschistisch und machen auch durch die Nutzung der Flamme – ein Verweis auf Mussolinis Faschismus – in ihrem Parteilogo keinen Hehl daraus.»

Sarah Paciarelli ist Sprecherin des Schweizerischen Katholischen Frauenbunds (SKF). Sie hat polnisch-italienische Wurzeln und reagiert auf Anfrage von kath.ch auf den Wahlsieg der italienischen Rechtspopulistin Giorgia Meloni. (rr)


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