Foscky Pueta ist Schauspieler, Musiker, Produzent und Performer mit afrikanischen Wurzeln. Im neusten underkath-Video sagt er Carmela Bonomi, was ihn antreibt, woran er glaubt und wie er dem Rassismus in der Schweiz begegnet.
Silvan Maximilian Hohl
Foscky Pueta kam mit viereinhalb Jahren aus der Demokratischen Republik Kongo in die Schweiz. Er habe die Schweiz und ihre Kultur sofort aufgesogen, sagt Pueta rückblickend. Carmela Bonomi fragt nach und möchte wissen, wie er den Rassismus in der Schweiz erlebt habe.
Pueta erzählt, er sei einmal von einem Fremden als «Scheiss Migrant» angepöbelt worden. Als er nachfragte, warum dieser so etwas sage, habe der nur erwidert, Afrikaner wie er nähmen den Schweizern die Arbeitsplätze weg, weil sie in ihrem Heimatland selber nichts zustande brächten.
Pueta machte dem Mann klar, dass die Demokratische Republik reich an Rohstoffen sei, die in Genf gehandelt würden und dass damit viel Geld gemacht werde. Käme dieses Geld auch im Kongo an, hätte sein Vater nicht in die Schweiz auswandern müssen. Der Fremde habe sich darauf hin entschuldigt und gesagt, so habe er es nicht gemeint, erzählt Pueta gelassen. Er habe dem Mann aber nicht geglaubt und sich mit einem «schönen Tag» von ihm verabschiedet.
Darf ich hier sein? Was hat sich mein Vater gedacht, als er auswanderte? Das sind Fragen, auf die Foscky Pueta lange eine Antwort suchte und die ihn als Künstler stets antrieben. Seine beiden Grossväter waren Pfarrer. Sie waren in ihrer Gemeinde für die Menschen da. Dieser Beruf war ihr Medium, um die Menschen zu erreichen und mit ihnen den grossen Fragen des Lebens nachzugehen, meint Pueta. Das Tanzen, die Schauspielerei, der Poetry-Slam, das seien alles Medien für ihn, um denselben Fragen des Lebens nachzuspüren.
«Ich spreche oft mit jemanden – ob das Gott, Allah oder das Universum ist, weiss ich nicht», erzählt der Künstler. Foscky Pueta erkundet gerne seine eigene Spiritualität, indem er Selbstgespräche führt. Er verzichtet aber ganz bewusst auf Begrifflichkeiten wie Gott oder Allah. Weiter glaubt er, dass in jedem Menschen etwas Göttliches ist. Und wenn er mit sich selber spreche, dann spreche er ja auch mit «Gott», meint er. Aber eben, er möchte auf das Wort verzichten, weil er selber nicht in die Kirche gehe und keine Bibel besitze. Trotzdem sei er überzeugt, dass jemand «da oben» auf ihn schaue.
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.kath.ch/newsd/foscky-pueta-fuehrt-selbstgespraeche-mit-gott/