Roland Graf: «Bischof muss Verbindlichkeit des Verhaltenskodex suspendieren»

Der Sekretär des Churer Priesterkreises, Roland Graf, fordert: Bischof Joseph Bonnemain und die Kantonalkirchen müssten die Verbindlichkeit des Verhaltenskodex zurückziehen. Sonst dienten die geplanten Diskussionen «nur der Indoktrinierung.»

Regula Pfeifer

Der Churer Priesterkreis und der Churer Bischof haben sich offenbar am 13. Juni zum zweiten Mal getroffen, um über den Verhaltenskodex zu sprechen. Darauf verweist Roland Graf in der «Stellungnahme des Churer Priesterkreises» vom 20. Juni. Der Sekretär des Churer Priesterkreises ist Pfarrer in Unteriberg im Kanton Schwyz.

Das Treffen scheint nicht zu einem Einlenken seitens des Priesterkreises geführt zu haben, wie aus der Stellungnahme hervorgeht. Wie viele Personen daran beteiligt waren, ist dem Schreiben nicht zu entnehmen.

Widersprüchliche Äusserungen

Darin versucht Roland Graf aufzuzeigen, dass sich die entscheidenden Personen widersprüchlich äusserten, die bei der Entstehung des Verhaltenskodex beteiligt waren. Insbesondere die Fragen, ob der Verhaltenskodex verbindlich sei oder ob dieser der Glaubenslehre der Kirche widerspreche, hätten sie unterschiedlich beantwortet.

Hier spielt der Priesterkreis-Vertreter den Churer Bischof Joseph Bonnemain, die Co-Verfasserin des Kodex und Churer Präventionsbeauftragte Karin Iten und die Zürcher Synodalratspräsidentin Franziska Driessen gegeneinander aus.

Auch Kantonalkirchen sollen Unverbindlichkeit erklären

Es sei eine «Verwirrung entstanden», folgert Graf. Und er fordert im Namen des Churer Priesterkreises: «Dass der Bischof dessen Verbindlichkeit suspendiert, bevor über den Verhaltenskodex im Bistum diskutiert wird.» Ebenso sollten die Körperschaften erklären, «dass der Verhaltenskodex in der vorliegenden Fassung nicht verbindlich ist und weder arbeitsrechtlich noch im Hinblick auf Anstellungen angewendet wird, sondern lediglich als Diskussionsgrundlage dient.»

Das sei Voraussetzung für die im Herbst geplanten Diskussionen. «Denn sonst kann nicht glaubwürdig und fair darüber in den Dekanaten und in anderen Gesprächsgruppen diskutiert werden. Wenn nämlich der Text als unabänderlich gilt, dient eine Diskussion nur der Indoktrinierung.»


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