«Die Gefahr ist gross, dass die Eucharistiefeiern ihre Wichtigkeit verlieren»

Gemeinsam Gottesdienst zu feiern ist für das Christentum zentral. «Die Gefahr ist gross, dass gerade die Eucharistiefeiern ihre Wichtigkeit verlieren», sagt Bianca Rehm im Podcast «Hingehört» zum synodalen Prozess im Bistum Basel. Der Pflichtzölibat solle abgeschafft werden.

Bianca Rehm ist Jugendarbeiterin und Minipräses in einem Pastoralraum im Thurgau. Sie hat als Vorstandsmitglied der «Damp» an der synodalen Versammlung in Basel teilgenommen. «Damp» steht für «Deutschschweizerische Arbeitsgruppe für Ministrant*innenpastoral».

«Das einfachste, was man verändern kann, ist die Musik»

Im Gespräch mit «Damp»-Präsidentin Murielle Egloff im Podcast «Hingehört» zum synodalen Prozess im Bistum Basel sagt Bianca Rehm über das Themenfeld «Feiern»: «Die Menschen wollen in den Feiern aktiv dabei sein. Und das hängt von der Gestaltung der Liturgie vor Ort ab.»

Bianca Rehm ist überzeugt: «Das einfachste, was man verändern kann, ist die Musik. Sie muss einfach passend sein für die Gegebenheit vor Ort.» Junge Menschen wollten eine andere Musik als Ältere.

Liturgie braucht eine zeitgemässere Sprache

Auch sollten die Gottesdienste verständlicher werden: «Ein paar Gruppen haben zurückgemeldet, dass sie im Gottesdienst nicht immer alles verstehen, da viele Wörter verwendet werden, die in unserem Alltag nicht mehr vorkommen. Es ist eine eigene Kirchensprache.»

Entsprechend solle der Sprachgebrauch in der Kirche angepasst werden: «Die Sprache soll zeitgemäss, verständlich und adressatengerecht sein.» Die liturgischen Texte sollten entsprechend umgeschrieben werden: «Wenn man etwas versteht, dann fühlt man sich wohl und die Feier oder Rituale wirken nicht mehr fremd auf einen.»

Weihebedingungen ändern

So könne auch die Relevanz der Liturgie gesichert werden: «Die Gläubigen schätzen Gottesdienste überaus. Deshalb ist es ständige Aufgabe, der Liturgie Sorge zu tragen und die verschiedenen Arten von Feiern und liturgischen Ausdrucksformen weiterzuentwickeln. Nur so können die Anliegen der Menschen ernstgenommen werden», sagt Bianca Rehm.

Nicht nur die leeren Kirchenbänke, sondern auch der Personalmangel mache den Menschen Sorgen: «Die Gefahr ist gross, dass gerade die Eucharistiefeiern ihre Wichtigkeit verlieren, weil es zu wenige Menschen gibt, die sie durchführen dürfen. Ein Anliegen an die Synode ist es, dass es vor Ort genug ausgebildete und geweihte Personen gibt.» Will heissen: Abschaffung des Pflichtzölibats und die Möglichkeit, dass auch Frauen geweiht werden können.

Minis als Vorbild für die Kirche

Murielle Egloff und Bianca Rehm sehen die Minis durchaus als Vorbild für die Kirche: Früher durften nur Jungs ministrieren. Mittlerweile gebe es in manchen Pfarreien mehr Ministrantinnen als Ministranten. (rr)


Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

https://www.kath.ch/newsd/die-gefahr-ist-gross-dass-die-eucharistiefeiern-ihre-wichtigkeit-verlieren/