Bei einem Brand in einem Altersheim in Solothurn mussten 25 Menschen evakuiert werden. Pfarrer Thomas Ruckstuhl und Altersseelsorgerin Bernadette Häfliger sind schockiert.
Jacqueline Straub
Die Bischofsstadt Solothurn am Morgen nach dem Brand: Noch immer sind Feuerwehrleute im Einsatz.
«Ich bin sehr betroffen und gleichzeitig froh, dass alle Anwohner rechtzeitig evakuiert werden konnten», teilte der Basler Bischof Felix Gmür am Montagabend auf Facebook mit.
Am Montagabend war im Altersheim Thüringenhaus in Solothurn ein Brand ausgebrochen. 25 Personen mussten aus dem Pflege- und Altersheim evakuiert werden. Die Bewohnerinnen und Bewohner wurden erst in ein gegenüberliegendes Gebäude geführt, dann in andere Einrichtungen gebracht. «Neun Personen mussten wegen des Verdachts einer Rauchgasvergiftung ins Spital gebracht werden», sagt Andreas Mock, Mediensprecher der Kantonspolizei Solothurn gegenüber kath.ch. Alle konnten das Spital aber nach kurzer Zeit wieder verlassen.
Dennoch sitzt der Schock tief: «Gestern Abend habe ich die Einsatzfahrzeuge und einen Helikopter gehört», sagt Thomas Ruckstuhl, Pfarrer der katholischen Kirche in Solothurn. «Ich dachte mir, dass irgendwo im Industriegebiet etwas passiert sei.»
Als er heute Morgen in der Zeitung vom Brand im Altersheim las, war er schockiert. «Ich habe gehofft und gebetet, dass keiner schwerverletzt ist. Die Erleichterung war gross, als ich erfahren habe, dass keiner beim Brand ums Leben kam», sagt Thomas Ruckstuhl. Das Alters- und Pflegeheim am Riedholzplatz ist nur wenige Minuten von seinem Büro entfernt. Es gehört zu einem von sechs Altersheimen in Solothurn, die vom Pfarramt betreut werden. «In den letzten Jahren war ich immer wieder im Altersheim Thüringenhaus, um den Betagten die Kommunion zu bringen oder die Krankensalbung zu spenden.»
Auch Bernadette Häfliger reagierte betroffen, als sie vom Brand in Solothurn erfahren hatte. Die katholische Altersseelsorgerin betreut zusammen mit ihrer reformierten Kollegin Elsbeth Hirschi Glanzmann das Altersheim Thüringenhaus. «Ich denke an die Menschen und hoffe, dass sie nun an einem guten Ort untergebracht wurden.» Punktuell hat sie dort mit den Bewohnerinnen und Bewohnern Gottesdienste gefeiert und sie begleitet. Einmal im Jahr feierte sie dort das Totengedenken.
Wo, wann genau und wie der Brand ausgelöst wurde, kann Mediensprecher Andreas Mock von der Kantonspolizei Solothurn noch nicht sagen. «Das ist Sache von polizeilichen Abklärungen.» Die Nachlöscharbeiten dauern derzeit noch an. Nur ein paar Gehminuten entfernt von dem ausgebrannten Altersheim befindet sich die Solothurner Kathedrale.
Susanne Schwaller (66) ist dort und betet für die Bewohnerinnen und Bewohner des Altersheims. «Meine Grossmutter hat in diesem Altersheim ihre letzten Lebensjahre verbracht.» Sie fühle sich mit dem Pflege- und Altersheim Thüringenhaus deshalb stark verbunden. Derzeit kenne sie aber niemanden, der dort wohne. «Es ist furchtbar, was dort passiert ist.»
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