Marian Eleganti teilt Anti-Gender-Video auf Twitter

«Neuanfänger:innen»: Ein Tweet der Theologischen Hochschule Chur ärgert offenbar den emeritierten Weihbischof von Chur, Marian Eleganti (66). Er teilt auf Twitter ein Anti-Gender-Video. Als kath.ch ihn telefonisch kontaktiert, legt er auf.

Jacqueline Straub

Zu Beginn des neuen Semesters repostete die Churer Dogmatik-Professorin Eva-Maria Faber einen Tweet der Theologischen Hochschule Chur. Darin heisst es: «Heute beginnt das FS 2022. Noch sind die Hörsäle leer. Noch! Wir freuen uns, dass sich die Gänge & Hörsäle an der TH Chur nun wieder beleben. Theologie betreiben geht eben nicht so gut alleine. In der Theologie brauchen wir die Anderen. Allen Neuanfänger:innen einen guten Start.»

Dass im letzten Satz der Gender-Doppelpunkt benutzt wurde, gefiel Marian Eleganti wohl nicht. Der emeritierte Weihbischof von Chur reagierte auf den Retweet mit einem 1’37 Minuten langem Video über das Gendern.

In dem Beitrag «Zu Gast bei Ramm» des «Mitteldeutschen Rundfunks» (MDR) äusserte sich der deutsche Sänger Heinz Rudolf Kunze mit deutlichen Worten gegen das Gendern: «Ich halte es für eine Sprachschändung, für eine unerträgliche Zerstörung der deutschen Sprache.» Zudem halte er das Gendern für einen «verkämpften pseudofeministischen Irrsinn». Gendern ist für den Sänger eine «Idiotendiskussion». Auch ist er davon überzeugt, dass eine «Meinungsmasse» versuche, allen Menschen das Gendern aufzuzwingen.

«Wer diesem Irrsinn privat folgen möchte, soll das tun», sagt Kunze. Doch 90 Prozent der «normalen Menschen halten das für absoluten Blödsinn». Es gebe wichtigere Dinge, so der Sänger. Wer gendere, dem gehe es nicht um Gerechtigkeit oder um Respekt, sondern nur um «Gesinnungsschnüffelei». Das sei totalitär, sagt Kunze.

Gender-Theorie als Zeichen einer nahenden Apokalypse

Auf telefonische Nachfrage bei Marian Eleganti, warum er dieses Video gepostet hat, wollte er kath.ch keine Auskunft geben und legte auf.

Schon früher äusserte sich Eleganti kritisch gegenüber dem Gendern: Er deutete die Gender-Theorie als Zeichen einer nahenden Apokalypse und sagte gegenüber der «Schweiz am Wochenende», dass Gender-Theorien, die «ebenso totalitär und intolerant auftreten, die Sprache manipulieren, uns eine Art Gehirnwäsche aufzwingen, Dinge behaupten, die nicht nur der Vernunft, sondern auch den Humanwissenschaften widersprechen und die Gesellschaft korrumpieren, etwa Ehe und Familie».


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