Der Bundesrat kippt fast alle Corona-Massnahmen. Vom morgigen Donnerstag an bedeutet das für Gottesdienste: keine Zertifikatspflicht mehr und auch keine Maskenpflicht. Im Bistum Sitten wird es weiterhin keine Mundkommunion geben.
Raphael Rauch
Der Bundesrat hebt von morgen, Donnerstag, die meisten Schutzmassnahmen gegen das Coronavirus auf. Die Zertifikatspflicht fällt weg. Auch wird die Maskenpflicht gestrichen. Sie gilt wohl bis Ende März nur noch im öffentlichen Verkehr, in Spitälern und Heimen – wobei für Heimbewohnende die Maskenpflicht wiederum entfällt.
«Es steht den Kantonen frei, strengere Schutzmassnahmen anzuordnen oder aber bestimmte Einrichtungen von der Maskenpflicht auszunehmen», teilte der Bundesrat am Mittwoch mit.
Für Gottesdienste bedeutet die neue Regelung: Von morgen, Donnerstag an gilt in Kirchen keine Maskenpflicht mehr. Auch fällt die bislang geltende Zertifikatspflicht für Gottesdienste mit über 50 Menschen. An Eingängen muss nicht mehr gezählt werden, Kirchenchöre können sich wieder wie früher treffen, proben und singen.
Als erstes Schweizer Bistum reagierte das Bistum Sitten. Generalvikar Richard Lehner bestätigte gegenüber kath.ch, dass die Lockerungen von morgen an umgesetzt würden. Allerdings würden Teile des Schutzkonzeptes weiterhin gelten: «kein Weihwasser in den Weihwassergefässen, Desinfektion der Hände am Eingang der Kirchen, kein Friedensgruss mit einer körperlichen Berührung, stillschweigende Spendung der Kommunion, keine Mundkommunion», teilt das Bistum Sitten mit.
Die Desinfektion der Bänke sei nicht mehr nach jeder Feier vorgeschrieben. Auch könnten die Hinweise am Boden für die Beschränkung der Plätze und für Spendung der Kommunion entfernt werden.
«Ich bin dankbar, dass wir jetzt aufatmen können», sagt die Zürcher Synodalratspräsidentin Franziska Driessen-Reding. «Ich danke allen, die uns geholfen haben, diese schwierige Zeit durchzustehen: dem Gesundheitspersonal, unseren Seelsorgenden und allen kirchlich Engagierten.»
Driessen-Reding ruft weiterhin zu solidarischem Verhalten auf: «Vergessen wir nicht: Die Pandemie ist nicht einfach vorbei! Und vergessen wir vor allem nicht die Opfer: 12’000 Tote und ihre Angehörigen, Langzeit-Erkrankte, Menschen, die ihre wirtschaftliche Basis verloren haben. Ich hoffe, wir haben auch über die Pandemie hinaus gelernt, dass wir als Gesellschaft darauf angewiesen sind, füreinander Sorge zu tragen, im Kleinen wie im Grossen.»
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