Tschechische Bischöfe verteidigen Papst Benedikt XVI. gegen «schändliche Angriffe»

Die tschechischen Bischöfe sichern dem Ex-Papst ihre Unterstützung zu. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz hofft, dass die Rechte der Opfer respektiert werden, aber auch der «Schutz der zu Unrecht Beschuldigten».

Die tschechischen katholischen Bischöfe haben dem emeritierten Papst Benedikt XVI. ihre Unterstützung zugesichert und ihn gegen «schändliche Angriffe» verteidigt. Laut der nationalen Bischofskonferenz schrieb ihr Vorsitzender Erzbischof Jan Graubner an Benedikt XVI., dessen Brief zum Münchner Missbrauchsgutachten habe die Bischöfe sehr beeindruckt.

Graubner wünscht Benedikt XVI. viel Kraft

«Ihre Haltung hat uns daran erinnert, dass die Erneuerung der Kirche nicht nur Eifer und Wahrhaftigkeit erfordert, sondern auch tiefe Demut (…). Danke für Ihr Beispiel», heisst es in dem Schreiben, das den Angaben zufolge am Freitag an den früheren Papst gefaxt wurde.

Graubner wünschte Benedikt XVI. viel Kraft, um diese schwere Zeit zu überstehen. Zudem würdigt er dessen «einzigartigen Beitrag auf dem Gebiet der Theologie». «Ihr langes Wirken als Bischof, zunächst in der Erzdiözese München und Freising und später in der Weltkirche, hat viele segensreiche Früchte getragen und wird sie auch weiterhin tragen», so der Erzbischof von Olmütz.

Umkehr und Verzicht

Weiter drückt der Bischofskonferenzvorsitzende die Hoffnung aus, dass bei der Reinigung der Kirche sowohl die Rechte der Opfer als auch der Schutz der zu Unrecht Beschuldigten respektiert würden. Es brauche Umkehr und Verzicht auf alles, was dem moralischen Leben nicht nur in der Kirche schade.

«Tiefe Scham» und «grosser Schmerz»

Benedikt XVI. hatte sich in einem am Dienstag veröffentlichten Brief erneut zum Münchner Missbrauchsgutachten geäussert. Darin entschuldigt er sich bei den Betroffenen und drückt «tiefe Scham» und «grossen Schmerz» aus. Zugleich wehrt sich der frühere Papst gegen den Vorwurf, als Erzbischof von München (1977-1982) Missbrauchsfälle aktiv vertuscht zu haben. Das Gutachten bescheinigt Joseph Ratzinger Führungsversagen im Umgang mit Missbrauchstätern sowie fehlende Sorge für die Geschädigten in seiner Zeit als Münchner Erzbischof.

Auch der Prager Kardinal Dominik Duka hatte jüngst Anschuldigungen gegen Benedikt XVI. kritisiert. Er sprach von einer «weltweiten Medienkampagne». (kna)


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