Nach Missbrauchsgutachten: Offizial Lorenz Wolf vorübergehend nicht mehr im Amt

Offizial Lorenz Wolf (66) lässt derzeit seine Ämter ruhen – in Absprache mit Kardinal Reinhard Marx. Dies aufgrund des kürzlich veröffentlichen Missbrauchsgutachtens für die Erzdiözese. Förster übernimmt vorübergehend kirchenrechtliche Aufgaben Wolfs.

Inzwischen übernimmt der Vizeoffizial im Erzbistum München und Freising, Peter Förster (46), vorübergehend die Leitung des Erzbischöflichen Konsistoriums und Metropolitangerichts (Offizialat) München. Das teilte die Pressestelle der Erzdiözese am Donnerstag mit.

Der Domvikar übernimmt damit die Aufgaben von Offizial Lorenz Wolf (66). Dieser lässt derzeit in Absprache mit Kardinal Reinhard Marx seine Ämter ruhen. Diese Entscheidung war infolge des kürzlich veröffentlichen Missbrauchsgutachtens für die Erzdiözese durch die Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl gefallen.

Nicht mehr in Missbrauchskommission

Förster gehörte bisher der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen in der Erzdiözese München und Freising (UAK) an. Dies als Vertreter des Erzbistums. Um etwaige Interessenkonflikte auszuschliessen, habe er den Erzbischof darum gebeten, ihn davon zu entbinden. Marx habe dieses Gesuch zum 2. Februar angenommen, heisst es in der Mitteilung. Über eine mögliche Nachfolge für den Domvikar in der Kommission sei noch nicht entschieden worden.

Die UAK besteht aus vier unabhängigen, von der Staatsregierung benannten Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Fachpraxis, Justiz und öffentlicher Verwaltung, die persönliche und/oder fachliche Erfahrung mit Prozessen der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in Institutionen mitbringen. Ausserdem gehören dem Gremium zwei Vertreter des Betroffenenbeirats sowie eine Vertreterin des Diözesanrats der Katholiken an.

Generalvikar Christoph Klingan und Amtschefin Stephanie Herrmann nehmen in der Regel als Gäste an den Sitzungen teil. Auf entsprechenden Wunsch der Kommission kommen zu bestimmten Tagesordnungspunkten auch weitere fachlich zuständige Mitarbeitende der Erzdiözese hinzu. Die UAK werde sich zeitnah mit dem Inhalt des neuen Gutachtens zum sexuellen Missbrauch in der Erzdiözese auseinandersetzen, hiess es.

Wolf hat auch Domdekan-Amt abgegeben

Die Aufgaben, die mit dem Amt des Domdekans verbunden sind, das Wolf derzeit ebenfalls ruhen lässt, nimmt derweil Dompropst Weihbischof Bernhard Hasslberger wahr, wie die Pressestelle weiter mitteilte. Kardinal Marx habe den Prälaten Wolf in einem Schreiben mit entsprechender Fristsetzung neuerlich zu einer Stellungnahme zu dem Gutachten und den darin gegen ihn erhobenen Vorwürfen aufgefordert. (kna)

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

https://www.kath.ch/newsd/nach-missbrauchsgutachten-offizial-lorenz-wolf-voruebergehend-nicht-mehr-im-amt/