Vertreter kanadischer Indigener werden Ende März in den Vatikan reisen und dort mit Papst Franziskus zusammentreffen. Hintergrund der Reise sind die in den vergangenen Jahren zutage getretenen Skandale um die Internate zur Umerziehung der Indigenen.
Wie die Kanadische Bischofskonferenz am Dienstag (Ortszeit) mitteilte, werde die ursprünglich für Dezember geplante Reise, die aufgrund der raschen Ausbreitung der Omikron-Variante verschoben worden war, nun in der Zeit vom 28. März bis 1. April nachgeholt. Dem zugestimmt hätten die Bischöfe, die Versammlung der First Nations, der Metis-Nationalrat und die Inuit Tapiriit Kanatami. Der Termin sei eng mit dem Vatikan abgestimmt worden, hiess es.
Hintergrund der Reise sind die in den vergangenen Jahren zutage getretenen Skandale um Misshandlungen, Missbrauch und teils katastrophale Zustände in früheren kirchlichen Schulen und Erziehungseinrichtungen in Kanada für Kinder indigener Familien. An den sogenannten Residential Schools (Internaten) sollten indigene Mädchen und Jungen unterrichtet und an die Gesellschaft und Kultur der europäischen Einwanderer angepasst werden. Betreiber waren zumeist die Kirchen, das Geld kam vom Staat.
Seit vergangenen Mai wurden an ehemaligen Heimen sterbliche Überreste von mehr als 1000 Kindern entdeckt. Seither steht das Thema im Fokus, in Kanada und international. Die katholische Kirche bat im September um Entschuldigung für das Leid, das durch die Beteiligung der Kirche am früheren Internatssystem verursacht wurde.
In dem Zusammenhang wurden auch Forderungen an den Papst laut, er solle zum Thema Stellung beziehen und nach Kanada kommen. «Wir sind weiterhin entschlossen, auf dem Weg der Heilung und Versöhnung voranzuschreiten», heisst es in der nun veröffentlichten Mitteilung. (kna)
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