In seinem 91. Lebensjahr und im 65. Jahr seines Priestertums verstarb im Seniorenzentrum in Naters Pfarrer Markus Jossen.
Markus Jossen wurde am 25. Februar 1931 in Mund geboren, wo er auch die Primarschule besuchte. Nach seiner Matura am Kollegium in Brig trat er 1952 in Sitten ins Priesterseminar unserer Diözese ein. Am 23. Juni 1957 wurde er zum Priester geweiht und feierte am 29. Juni seine Primiz in Mund. Der Bischof ernannte ihn daraufhin zum Kaplan von Mörel, wo er bis 1958 blieb. Eine Krankheit zwang ihn, seine seelsorgliche Tätigkeit für eine Weile zu unterbrechen und einen Kuraufenthalt in Montana einzuschalten
Markus Jossen war es immer ein Anliegen, dass die kirchlichen Gebäude, in denen er tätig war, gut erhalten und entsprechend erneuert wurden. Die erste Gelegenheit dazu bot sich ihm als er 1959 Pfarrer von Saas Balen wurde, wo sich der Bau der neuen Pfarrkirche, die von seinem Vorgänger Hans Anton von Roten begonnen wurde, seinem Ende zuneigte und die Bischof Nestor Adam am 11. Juli desselben Jahres einweihen konnte. Im Sommer 1964 begann dann die Renovation der Rundkirche, die bereits am darauffolgenden 27. September abgeschlossen werden konnte.
Nach zehnjähriger Tätigkeit im Saastal zog Jossen als Pfarrer nach Törbel. In seine Amtszeit fiel die Restauration von vier Kapellen, die auf dem Territorium dieser Pfarrei liegen. Bischof Heinrich Schwery berief ihn 1988 zum Pfarrer von Raron, wo er wiederum zahlreiche kirchliche Gebäulichkeiten, wie etwa die Annakapelle und das Kaplaneihaus in St. German renovieren liess. 1997 wurde er Pfarrer von Betten/Bettmeralp. Mit Pfarrer Jossen erhielten die verschiedenen Pfarreien einen volksnahen, frommen Seelsorger, der sofort ein freundschaftliches Verhältnis zur Bevölkerung aufbaute und es jederzeit verstand, mit geistvollem Humor die Gespräche mit seinen Mitmenschen zu würzen. Im Jahr 2006 zog er sich aus der aktiven Pfarreiseelsorge zurück und lebte seither in Naters, von wo aus er immer wieder Aushilfen im ganzen Oberwallis übernahm. Neben seiner Arbeit in den Pfarreien setzte sich Pfarrer Jossen auch viele Jahre im Priester- und Seelsorgerat, sowie in der Liturgiekommission des Bistums ein. Zudem war er während 25 Jahren Präses des Oberwalliser Sakristanenverbandes. Markus Jossen ist Autor des Buches «Der Rosenkranz. Das Leben Jesu beten» mit spannenden Geschichten über dieses altehrwürdige Gebet und seine Spiritualität. 2011 veröffentliche er das Buch und von «Den Glauben bekennen und feiern. Aufsätze zum Glaubensleben». Es war dem Verstorbenen wichtig, Gott in die Mitte der Feste zu rücken, denn ohne Gott könne man keine richtigen Feste feiern. Obwohl der Verstorbene gerne Bücher schrieb und las, zitierte er gerne den Satz aus dem oft gelesenen geistlichen Buch des Thomas von Kempen «Die Nachfolge Christi»: «Beim kommenden Gerichtstag werden wir nicht gefragt, was wie gelesen haben, sondern, was wir getan haben».
Möge Gott ihn nun teilhaben lassen am ewigen Fest in seinem himmlischen Reich, wo es, wie er einmal geschrieben hat, «nichtsdestoweniger sicher auch Bücher geben wird». Die Beerdigung von Pfarrer Markus Jossen findet am Dienstag in Mund statt. R.I.P.
KID/Paul Martone
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