Keller-Sutter über die Kirchen in der KVI-Debatte: «Hier muss etwas gekittet werden»

«Zu reden gab das Engagement der Kirchen. Die Jungfreisinnigen haben Stimmrechtsbeschwerden eingereicht, weil die öffentlich-rechtliche Kirche sich nicht in nationale Abstimmungen einmische dürfe. Wie sehen Sie das als Justizministerin?

Karin Keller-Sutter: Das ist eine Beschwerde, die beim Bundesgericht hängig ist. Das muss nicht ich beantworten, sondern das Bundesgericht muss diese Beschwerde behandeln und es wird sich dann sicherlich äussern. Ich warte gerne auf das Bundesgericht in dieser Frage.

Das hat Sie nicht irritiert, das Engagement der Kirchen?

Keller-Sutter: Ich habe immer die Auffassung vertreten, dass eigentlich die Kirchen – und ich sage das als praktizierende Katholikin – Fragen aufnehmen müssen, die die Gläubigen im Alltag beschäftigen: ethische Fragen, die sie umtreiben. Aber die Kirchen sollen keine Tagespolitik betreiben.

Unabhängig von dieser Abstimmung war das immer meine Meinung. Aber die Kirche müssen letztlich selber wissen, wie sie mit diesen Fragen umgehen.

«Heute ist der erste Advent – vielleicht ein guter Tag für einen Neustart.»

Ich habe einfach wahrgenommen, dass Menschen in meinem Umfeld, die Christen und Christinnen sind, sich den Landeskirchen verbunden fühlen, sich auch zum Teil etwas ausgegrenzt fühlten. Hier muss etwas gekittet werden.

Der Zusammenhalt muss hier wieder betont werden. Es sind ja alle Gläubige, alle Mitglieder einer Kirche, gleich welche Meinung sie haben. Heute ist der erste Advent – vielleicht ein guter Tag für einen Neustart in dieser Frage.»

Die FDP-Politikerin Karin Keller-Sutter ist Katholikin – und Bundesrätin. Im «Echo der Zeit" äussert sie sich zu den Stimmrechtsbeschwerden der Jungfreisinnigen und zur Rolle der Kirchen während der KVI-Abstimmung. (rr)


Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

https://www.kath.ch/newsd/kks-ueber-die-kirchen-in-der-kvi-debatte-hier-muss-etwas-gekittet-werden/