Was ist aus der Jugendsynode 2018 geworden? Darüber haben Vertreter aus der Schweiz, aus Deutschland, Österreich und Südtirol am Wochenende in Luzern diskutiert. Die Stimmung: eine Mischung aus Wut und Mut.
Raphael Rauch
Sonntagmorgen in Luzern. Es regnet in Strömen – Schmuddelwetter pur. Nicht alle Augen der Jugend-Vertreter sind wach. Diskussionen und Ausgang – das fordert. Doch wenn es um die kirchenpolitisch heissen Eisen geht, werden müde Männer und Frauen munter. «Wenn ein Mann eine Berufung spürt, wird die sorgfältig geprüft. Warum ist das bei Frauen nicht auch so?», fragt eine Teilnehmerin aus Deutschland.
Bei dem Treffen geht es um Austausch und Vernetzung der kirchlichen Jugendarbeit im deutschsprachigen Raum. Es geht um die Missbrauchskrise. «Wir wollen aktiv zur Aufarbeitung beitragen und uns nicht in der Krise suhlen», sagt der Schweizer Teilnehmer Claude Bachmann. Es geht um die Junia-Initiative. Um den synodalen Weg, der in Deutschland stattfindet, in der Schweiz am Wackeln ist und in Österreich und Südtirol nicht in Sicht ist.
Am Ende des Wochenendes steht eine gemeinsame Erklärung mit vier Forderungen: Geschlechtergerechtigkeit, Gleichberechtigung, Mitbestimmung und Chancengleichheit. «Wir haben als junge Christinnen und Christen die Chance und die moralische Verpflichtung, hier voranzugehen», ist in dem Papier zu lesen.
Die Jugendarbeit fordert ein «gleichberechtigtes Miteinander von Laien und Priestern und von Menschen jeden Geschlechts». Die Bischöfe werden aufgerufen, «auf die Zeichen der Zeit» zu hören und «einen neuen Aufbruch der Kirche voranzubringen».
Es geht um mehr Mut gegen die Wut über Missstände in der Kirche. Doch was sind das genau, «Mutausbrüche»? kath.ch hat bei den Schweizer Teilnehmern nachgefragt.
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.kath.ch/newsd/wir-haben-keinen-bock-mehr-auf-doppelmoral/