Ziegler: Genug Güter für materielles Glück aller

Kein Mensch auf der Welt müsste an Hunger sterben, äussert der Schweizer Soziologe und Kapitalismuskritiker Jean Ziegler im Magazin «chrismon».

«Es gäbe genug Güter, um das materielle Glück aller Menschen zu sichern», sagte Ziegler gegenüber «chrismon» (Mai-Ausgabe), einem in Frankfurt erscheinenden evangelischen Magazin.

«Die 500 grössten Konzerne kontrollieren mehr als 50 Prozent des Weltbruttosozialprodukts», so Ziegler. Dies sei eine unglaubliche Macht. Er verwies zugleich darauf, dass jährlich weltweit etwa neun Millionen Menschen verhungerten.

Gegen «absurde Weltordnung» kämpfen

«Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind unter zehn Jahren – auf einem Planeten dieses Reichtums!», sagte Ziegler. Gegen diese «absurde Weltordnung» müsse man kämpfen, so der frühere Uno-­Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung. Massenbewegungen von jungen Menschen wie «Fridays for Future» gäben ihm Hoffnung.

«Da wartet jemand auf mich.»

Jean Ziegler

Er selbst fürchte zwar den Tod und habe auch Angst vor Schmerzen, sagte der 86-Jährige weiter. «Aber ich habe eine Gewissheit: Da wartet jemand auf mich «»’ meine Eltern, enge Freunde oder der liebe Gott in Person.» Er fügte hinzu: «Ich bin neugierig, was mir bevorsteht, das erscheint mir als ein unglaubliches Abenteuer.»

Auf die Frage, in welchen Momenten er sich lebendig fühle, sagte Ziegler: «Wenn ich morgens aufstehe, sehe ich den Mont Blanc, die Rhone, das Licht – und empfinde das Leben als reines Wunder.» (kna)

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