«Eine Ohrfeige für uns alle»

Verantwortliche für den Religionsunterricht aus der Innerschweiz wenden sich empört an Bischof Bürcher. Die Absetzung von Generalvikar Martin Kopp erschwere die Arbeit in der Katechese.

«Dieser Entscheid ist wahrlich nicht nur eine Ohrfeige für uns alle, sondern legt uns Felsbrocken in den Weg.» Ausbildungsverantwortliche und Mitarbeitende der katechetischen Arbeitsstellen in den Kantonen Uri, Schwyz, Ob- und Nidwalden sowie Zug sprechen in einem kath.ch vorliegenden Brief Klartext: Der Apostolische Administrator des Bistums Chur, Bischof Peter Bürcher, habe mit der Absetzung von Martin Kopp deren Arbeit für eine glaubwürdige Kirche in Frage gestellt.

Gespaltene Kirche verschliesst Wege zum Glauben

Die Unterzeichnenden Fachleute weisen darauf hin, dass es in einer «gespaltenen, krisengeschüttelten» Kirche schwer werde, Menschen zu finden, die sich im Rahmen des Religionsunterrichts für die Verbreitung des Glaubens finden liessen. Zudem werde es so auch schwierig, Kindern und Jugendlichen glaubwürdige Zugänge zum Glauben zu erschliessen.

Durch die vom Administrator verfügte Freistellung von Martin Kopp werde die katechetische Arbeit erschwert. Die Mitarbeitenden der katechetischen Dienststellen halten dazu fest: «Sie haben da wirklich einiges zu verantworten», heisst es in den Brief, in dem Bürcher zu einer Stellungnahme aufgefordert wird.

Kopps Einsatz für die Katechese

Martin Kopp habe sich in seiner Tätigkeit für die Katechese und die Ausbildung von Katechetinnen und Katecheten stark gemacht. Mit viel Kompetenz sei er für eine zeitgemässe und professionelle Ausbildung für in der Katechese Tätige eingestanden. Kopps Vorbild für eine «nachhaltige, kommunikative, jesuanisch geprägte Kirche» sei den in der Katechese Tätigen Vorbild gewesen und habe Hoffnung und Zuversicht vermittelt.

Besorgnis über Urschweiz hinaus

Das Schreiben ist nebst den Fachleuten aus den zum Bistum Chur gehörenden Kantonen der Urschweiz auch von zwei Exponenten des Kantons Zug unterschrieben. Dieser gehört zum Bistum Basel. Der Ausbildungsgang für angehende Katechetinnen und Katecheten «Modu-IAK» (Innerschweizer Ausbildung zur Katechetin, zum Katecheten) wird auch von der Fachstelle Zug getragen.

Unterschrieben ist der Brief nebst den Fachstellenverantwortlichen in den fünf Kantonen von der Präsidentin des Konkordatsrates, Melanie Hürlimann, sowie vom Zuger Pfarrer Alfredo Sacchi, Domherr des Kantons Zug und Vertreter des Bistums Basel im Konkordatsgremium. (ms)

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