Evangelische Journalistenschule vor dem Aus

Die evangelische Journalistenschule verzichtet auf den nächsten Ausbildungsjahrgang. Direktor Jörg Bollmann fragt sich, ob die bisherige Art, Journalisten auszubilden, nach 20 Jahren noch zeitgemäss sei.

Die Evangelische Journalistenschule (EJS) in Berlin steht Medienberichten zufolge offenbar vor dem Aus. Sie werde bis auf Weiteres keinen 14. Ausbildungsjahrgang ausschreiben, sagte der Direktor des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik (GEP), Jörg Bollmann, der «tageszeitung» (Donnerstag Online). Es sei fraglich, ob es «jemals einen neuen Jahrgang geben wird».

Arbeitsmarkt verändert sich

«Unsere Ausbildung ist eine Qualitätsausbildung, zu der wir stehen», erklärte Bollmann der Zeitung weiter. Der Arbeitsmarkt verändere sich jedoch dramatisch. «Wir müssen uns fragen, ob die Art, wie wir seit über 20 Jahren ausbilden, noch zeitgemäss ist.»

Den aktuellen Jahrgang will die Schule laut rbb noch ausbilden. Hintergrund sind laut Zeitung vor allem Sparmassnahmen beim GEP, zu dem die Journalistenschule gehört. Dessen Aufsichtsgremien kämen im nächsten halben Jahr zusammen, um die Zukunft der Schule zu klären. Im Gespräch sei, zwei Stellen, die in den nächsten zwei Jahren ruhestandsbedingt auslaufen, nicht nachzubesetzen.

1,9 Millionen Euro bis 2024 einsparen

Das betreffe unter anderem die Stelle des Schulleiters Oscar Tiefenthal, der Mitte 2022 in Ruhestand gehe. Das GEP, ein kircheneigener Verlag, zu dem die Nachrichtenagentur epd und die Zeitschrift Chrismon gehören, befindet sich in einem Umstrukturierungsprozess. Bis 2024 will er den Angaben zufolge 1,9 Millionen Euro einsparen, auch bei der Ausbildung. Die Evangelische Journalistenschule gibt es seit 25 Jahren. Sie wird von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) finanziert. Sie hat rund 200 Volontäre ausgebildet. (kna)

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