Roland Riner wirkt hinter den Kulissen fürs Ranfttreffen

Ohne die vielen Helferinnen und Helfer könnte das jährliche Treffen junger Menschen in der Ranftschlucht nicht stattfinden. Einer davon ist der 32-jährige Roland Riner, verantwortlich für das Ressort Standort und Empfänge.

Vera Rüttimann

Mehr als 1000 Jugendliche treffen Samstagnacht in Flüeli-Ranft im Kanton Obwalden ein, um mit Fackeln und Kerzen in die Ranftschlucht zu ziehen. Dort werden sie bei Musik, heissem Tee und guten Texten den atmosphärischen Höhepunkt des vorweihnächtlichen Treffens geniessen.

Seit 2012 als Freiwilliger aktiv

Roland Riner engagiert sich seit 2012 ehrenamtlich in der Fachgruppe Ranfttreffen von Jungwacht Blauring Schweiz, die das Treffen am einstigen Wirkungsort des Eremiten Niklaus von Flüe (1417-1487) organisiert. Der 32-jährige arbeitet als Vermessungsingenieur bei den SBB.

Seine Aufgabe ist es, die ins Ranfttreffen involvierten Standorte in Sarnen, Sachseln, Kerns und Flüeli-Ranft vorab zu besuchen und für das Treffen vorzubereiten. Auch das Behindertenheim Rütimattli, wo sich die Jugendlichen in einem Zwischenstopp treffen, gehört dazu. Ebenso müssen die Ateliers vorbereitet werden, die je nach Programm im Wohn- und Geburtshaus von Bruder Klaus und im Zentrum Ranft stattfinden. In diesem Jahr ist auch die Dorfkirche von Flüeli-Ranft im Programm involviert.

Schlüssel organisieren

Bereits im Oktober beginnt Roland Riner mit den Vorbereitungsarbeiten. Er muss mit allen Hauswarten der Standorte sprechen. «Vor allem muss ich die Schlüssel organisieren und Antworten haben auf Fragen wie: Wo ist der Putzraum? Wo gibt es noch zusätzlich Tische?»

Am Tag des Treffens muss er die Standortverantwortlichen an den jeweiligen Orten instruieren, was zu tun sei. Nach dem Treffen muss er die Schlüssel abgegeben und die Räume provisorisch für das kommende Jahr reservieren. «Manchmal ist es nötig, neue Standorte zu suchen, weil Leute ihre Räume nicht mehr zur Verfügung stellen», sagt Roland Riner.

Helfer für Verpflegung, Technik und Transport

Viel zu tun haben auch die anderen, die sich am Vortag des Treffens im Gästehaus in Flüeli-Ranft zur Vorbereitung versammelt haben. Eine Person in der Fachgruppe ist verantwortlich für die Verpflegung und die Wegmarkierungen mit Kerzen und Fackeln. Eine weitere Person ist zuständig für die Technik in der Ranftschlucht und die inhaltliche Gestaltung der Feier. Mehrere Personen sind für Transport und Funk verantwortlich und betreuen die 200 freiwilligen Helfenden.

«Wir wurden alle schnell Fan dieses Treffens.»

Bis 2012 war Roland Riner als Teilnehmer am Ranfttreffen dabei. Aufgewachsen im zürcherischen Dielsdorf in einer lebendigen Pfarrei, war er dort jahrelang in Jungwacht Blauring aktiv. Der ETH-Absolvent besuchte denn auch erstmals mit einer Jubla-Schar das Ranfttreffen. «Unser Präses fand es eine gute Idee, hierher zu gehen. Die ganze Schar reiste dann mit und wir wurden alle schnell Fan dieses Treffens», erinnert er sich. Viele weitere Ranfttreffen folgten für ihn.

Fackeln, Schnee und Ruth Metzler

Mit dem stimmungsvollen Treffen im Kanton Obwalden verbindet er viele Erinnerungen, die sich ihm eingebrannt haben: Mit Kollegen und Freunden gemeinsam durch die Nacht unterwegs sein, entlang den flackernden Lichtern. Erinnerungen an das Wetter, dass sich hier oben sehr abwechslungsreich zeigt. «Ob es schneite, die Bäume Raureif trugen oder es so warm war, dass man im Pullover unterwegs sein konnte, jedes Mal war es anders.»

Dann waren da auch die vielen Ateliers, von denen dasjenige, an dem sich die damalige Bundesrätin Ruth Metzler beteiligte, ihm wohl am stärksten in Erinnerung bleibt.

«Alle müssen am gleichen Strick ziehen.»

Beruflich habe von der Arbeit in der Fachgruppe einiges profitieren können. «Es hilft, wenn man weiss, wie man einen solchen Grossanlass organisiert», betont er. Während er zudem im Arbeitsleben das Gefühl habe, dass man zwischendurch eher gegeneinander arbeitetet statt miteinander, «funktioniert das Ranfttreffen nur, wenn alle an einem Strick ziehen». Diese Erfahrung möchte er auch in seine Arbeitswelt mitnehmen.

Auftakt zu Weihnachten

Früher hatte Roland Riner keinen besonderen Bezug zu Bruder Klaus. Mit dem Jubiläumsjahr «Mehr Ranft» zum 600. Geburtstag des Eremiten, das 2017 begangen wurde, änderte sich das. «Auch in der Fachgruppe Ranfttreffen gingen wir intensiver auf seine Geschichte ein», sagt Roland Riner. Was ist hier oben eigentlich passiert? Und: Wieso findet das Ranfttreffen in dieser Schlucht statt? Auf manche Fragen, die ihn zu beschäftigen begannen, habe er inzwischen Antwort gefunden.

Dieses Jahr wird Roland Riner zum letzten Mal für die Fachtruppe Ranfttreffen arbeiten. 2020 wird man ihn im Ranft trotzdem als Helfer oder als Teilnehmer antreffen. Gleich bleiben werde seine Vorfreude auf das Treffen, betont Ronald Riner. «Das Ranfttreffen ist für mich immer der Auftakt zu Weihnachten.»

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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