Papst an Christen: Stellt euch der Kultur eurer Umwelt

Papst Franziskus hat Christen dazu aufgerufen, sich offen dem Dialog mit den Menschen ihrer jeweiligen Umgebung zu stellen. «Wie sehen wir unsere eigene Stadt: gleichgültig, mit Verachtung? Oder erkennt unser Glaube in der anonymen Masse die Kinder Gottes?», so der Papst bei seiner Generalaudienz am Mittwoch auf dem Petersplatz.

In seiner Vortragsreihe zum Buch der Apostelgeschichte befasste das Kirchenoberhaupt sich diesmal mit dem Aufenthalt des Apostels Paulus in Athen. Die Hauptstadt Griechenlands, im Römischen Reich politisch bedeutungslos, habe damals im Schatten ihrer einstigen Vergangenheit gelebt, so Papst Franziskus.

Paulus baute Brücken zu anderen Kulturen

Zwischen den Bildern und Statuen antiker Götter habe sich Paulus der Auseinandersetzung mit Kultur, Religion und Bürgerschaft gestellt. Anstatt sich aber von diesem heidnischen Schock verjagen zu lassen, habe der Apostel versucht, zu eben dieser Kultur Brücken zu bauen und in Dialog zu treten.

So sollten Christen auch heute darum bitten, Brücken zu anderen Kulturen bauen zu können, «zu jenen, die nicht glauben, wie zu jenen, die einen anderen Glauben haben». Es gehe um die Fähigkeit, «die Botschaft des Glaubens mit Feingefühl zu inkulturieren».

Inschrift «vom unbekannten Gott» für Athener

Auf dem Areopag, dem Mittelpunkt des politischen und kulturellen Lebens, tat Paulus dies anhand einer Inschrift, die «dem unbekannten Gott» gewidmet war, so der Papst weiter. Dabei habe der Apostel versucht, den Athenern den «unbekannten Gott» als den christlichen Gott näherzubringen, der «unter den Menschen lebt» und «sich denen nicht verbirgt, die ihn suchen». Von allgemein religiösen Vorstellungen wie der Entstehung der Welt sei Paulus schliesslich zum Kern des Evangeliums gekommen.

Paulus haben zu den Athenern sozusagen von demjenigen gesprochen, «den die Menschen nicht kennen und doch kennen – den Unbekannt-Bekannten», wie Benedikt XVI. (2005-2013) es formuliert habe.

Paulus scheiterte zunächst

Die Kernaussage des Evangeliums jedoch, der Tod und die Auferstehung Christi, sei für die meisten Griechen «eine Torheit» gewesen, die sie ablehnten. Zunächst, so Franziskus, sei Paulus mit seiner Mission anscheinend gescheitert. Später aber hätten ein Mann und eine Frau, Dionysius und Damaris, seine Botschaft weiter verbreitet. (cic)

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