100 Jahre Missionsbenediktiner in Uznach mit Dank an Gott gefeiert

Medienmitteilung

Im Jahre 1919 wurde von St. Ottilien bei München aus in Uznach das «Benediktusheim» eröffnet. Von dieser Basis aus bemühten sich Benediktiner  um personelle und finanzielle Hilfe für ihre Missionsarbeit in Ostafrika. 1937 kam in Freiburg ein Studienhaus dazu. Zehn Jahre später konnte eine selbständige Gemeinschaft mit Pater Notker Mannhart als Prior geschaffen werden. 1964 wurden in Uznach oberhalb des Städtchens neue Gebäulichkeiten bezogen und neun Jahre später, als der Klosterartikel aus der Bundesverfassung gestrichen  war, folgte die Erhebung der Niederlassung zu einer Abtei  mit einer  zugehörigen modernen Klosterkirche. Erster Abt wurde Pater Ivo Auf der Maur, der heute noch im Alter von 96  Jahren  in der Abtei lebt.

Die vor hundert Jahren erfolgte erste Niederlassung der Missionsbenediktiner in der Schweiz bot am vergangenen Wochenende Grund für dankbare Festlichkeiten mit echt benediktinischen Gepflogenheiten. Den Auftakt am Freitagabend bildete eine Feierliche Vesper, mitgestaltet vom Teamchor Rapperswil-Jona.

Im Festakt in der Abteikirche am Samstagvormittag durfte der jetzige Abt Emmanuel Rutz eine grosse Zahl von Gästen aus nah und fern, Wohltäter des Klosters und seiner Missionsarbeit, Vertreter aus der Wirtschaft, der Politik und der Kirchen willkommen heissen. In seinem einstündigen Festvortrag gewährte der in Uznach aufgewachsene, heute vor allem als Historiker im Orden in Rom tätige Jesuit Paul  Oberholzer einen Ein- und Ueberblick ins Missionswesen des Mönchtums im frühen Mittelalter. Dabei zeigte er die Wege auf, auf denen das Christentum von Italien aus über  England in den germanischen Raum  gekommen war (Stichwort Kolumban und Gallus), und wie gross  der benediktinische Einfluss bei der Christianisierung in Nordeuropa war, auch, wie sich das Priesterbild im Laufe der Jahrhunderte geändert hat. Anschliessend wurde in der unmittelbaren Umgebung der Abteikirche ein kunstvoll gestalteter Missionsweg offiziell eröffnet.

Das Nachmittagsprogramm prägten diverse Ateliers, wobei der ehemalige Abt und jetzige Churer Weihbischof Marian Eleganti  eine  spirituelle Einführung ins Jesusgebet bot. Die anderen Ateliers kreisten  um missionarische Themen bis hin zum Gesundheitswesen in Tansania, wo Benediktiner aus diversen Klöstern der Kongregation St. Ottilien Missionsarbeit leisten, freilich heute ganz anders als vor hundert Jahren. Wertvoll waren zudem die Begegnungen mit dem  aus St. Gallen stammenden Pater Peter Hildebrand Meienberg (Bruder des verstorbenen Schriftstellers Niklaus Meienberg ), der  zur Zeit aus gesundheitlichen Gründen  auf Heimaturlaub weilt.

Den Höhepunkt der Feierlichkeiten bildete am Sonntag der Festgottesdienst, dem Nuntius Thomas E. Gullickson vorsstand. In seiner kurzen  Predigt, von der man eigentlich ein persönliches Wort der Anerkennung an die Adresse der jubilierenden Bendiktiner erwartet hätte, sprach er über die Tiefe des Glaubens und die Wege, die zu Jesus führen.  Als Konzelebranten amteten  Erzbischof Tomash Peta aus Kasachstan, wo die Uznacher Benediktiner eine Missionsstation aufgebaut hatten, und Weihbischof Marian, die Abte aus den anderen Missionsbenediktinerklöstern und weitere Geistliche, unter ihnen Domherr Michael Pfiffner, Pfarrer in Uznach, während die Mönche still und bescheiden in den Bänken im Schiff Platz genommen hatten. Der Uznacher Kirchenchor verschönerte den Festgottesdienst mit der «Vater unser Messe» von Lorenz L. Maierhofer, mit welcher der Chor eine musikalisch-gesangliche  Brücke in die Gegenwart baute. Abt Emmanuel Rutz dankte allen Mitfeiernden für ihr stetes Wohlwollen der Abtei und ihren missionarischen Aufgaben gegenüber. Bis weit in den Nachmittag hinein teilten die Benediktiner ihre Festfreude mit so vielen begeisterten Mitfeiernden. Es war eine würdevolles Jubiläum.                   

Arnold B. Stampfli

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