Martigny VS, 9.5.18 (kath.ch) Mehr als 700 Jugendliche werden in Martigny an der Firmung von Pfingstsonntag teilnehmen. Die Feier findet im Ausstellungszentrum «Centre d’expositions et de réunions» (Cerm) statt. Dies bestätigt Jean-Marie Lovey an einer Pressekonferenz. Es solle nicht nur ein diözesanes Ereignis sein, sondern auch eine Messe, bei welcher «der Geist über das Alltägliche siegen soll», betont der Bischof von Sitten.
Insgesamt 730 Firmlinge im Alter von 12 bis 18 Jahren sollen gesalbt und so mit dem Heiligen Geist gekennzeichnet werden. Einschliesslich die Familien, die ihre Jugendlichen begleiten, werden rund 10’000 Menschen zu der einzigartigen Pfingstmesse erwartet, heisst es an der Pressekonferenz.
25 Pfarrer sollen die Stirnen der Jugendlichen mit dem Heiligen Christus salben.
An der Messe werden neben dem Bischof 35 Priester, 8 Diakone, 35 Messdiener, 35 Eucharistiehelfer, 50 Pflegepersonen von Lourdes beteiligt sein. 25 Pfarrer sollen die Stirnen der Jugendlichen mit gesegneten Öl salben.
Die grosse Beteiligung an der Firmung hat mit der Harmonisierung des Alters bei den Vorbereitungsstufen für die verschiedenen Sakramente der christlichen Initiation zu tun. Die Harmonisierung wurde Ende 2016 nach entsprechender Arbeit der Diözesandienste eingeführt. Die neue pastorale Ausrichtung der Diözese im Jahr 2016 erklärt diesen «Aufholprozess». Zuvor waren die Jugendlichen in einigen Regionen im Alter von elf bis zwölf Jahren, in anderen im Alter von 16 bis 17 Jahren gefirmt worden.
«Familien, welche die Pfarreien wechselten, erlebten eine zeitliche Verschiebung bei der Befolgung des Vorbereitungswegs. Auch die Priester, welche die Pfarreien gewechselt hatten, waren in einer verzwickten Lage», so Bischof Lovey. Aus theologischen Gründen wurde das Firmungsalter nun auf elf bis zwölf Jahre festgelegt.
«Das wird unser Diözesan-Pfingsten in Martigny!», sagt Bischof Lovey von Sion. Er betont, der Geist der Feier müsse über materielle Überlegungen siegen. Das Zentrum Cerm wurde wegen seiner geographischen Lage und seiner Kapazität, eine solch grosse Feier zu veranstalten, ausgewählt.
«50 Tage nach Ostern wurde der von Jesus verheissene Heilige Geist auf die Apostel ausgegossen», so hebt der Bischof die Bedeutung des Pfingstfestes an der Pressekonferenz vom 2. Mai hervor. Für Christen sei es die unglaubliche Entdeckung einer neuen Kraft, die Kraft von Gottes Geist.
«Die Menschenmenge verhindert nicht, sondern erlaubt einen persönlichen Weg mit Christus.»
Pierre-Yves Maillard, Generalvikar der Diözese Sion, betont die gemeinschaftliche Dimension der Firmung. «Die Menschenmenge verhindert nicht, sondern erlaubt einen persönlichen Weg mit Christus», argumentiert er. Er erinnert an zwei weitere Feiern, welche die Geschichte der Diözese geprägt hätten: die Feier unter dem Vorsitz von Bischof Henry Schwéry zum Abschluss des Trienniums der Familie im Jahr 1992 und das Forum 5-6-7 im Jahr 2007 mit Bischof Norbert Brunner. Die Feier der Firmung ist seiner Meinung nach jedoch eine Premiere.
«Die Ankündigung dieser Massenfirmung ist auf Widerstand gestossen», gibt Bischof Lovey zu. Die Menge, der Ort, der nichts mit einer Kirche zu tun hat, die zu organisierende Familienreise, die andere Art, eine Pfarrei zu bilden. Laut Bischof Lovey hatten diese Beschwerden mit der Privatisierung des Glaubens und einer Angst vor Zahlen zu tun. Seiner Meinung nach aber kommt das Vorgehen des Bistums direkt aus dem Pfingstgeist. «Die Zahl erhöht die Intensität der Feier und die Qualität der Anwesenheit», versichert der Bischof.
Das grosse Firmprojekt wurde im Herbst 2016 von der Diözesankommission für Pfarreikatechese (Commission diocésaine de Catéchèse paroissiale – CDCP) initiiert. Véronique Denis, Leiterin des katechetischen Dienstes der Diözese, erklärt an der Konferenz, dass die Vorbereitungsarbeit der Jugendlichen in Gruppen während verschiedener katholischer Treffen in der Westschweiz stattfand. Es gab ein Treffen am Festival «Prier et témoigner» 2017 in Freiburg, ein Wochenende im Simplon-Hospiz und auf dem Grossen Sankt Berhard, ein Abend beim Festiv’ado anlässlich des Familienfestivals. «So viele gute Momente, um junge Leute zu begleiten. Wir haben kein ‘Ereignis’ vorbereitet, sondern einen Weg eingeschlagen», betont Véronique Denis.
Der Reihe nach stellen Bischof Lovey, Pierre-Yves Maillard und Véronique Denis, sowie der Pfarrer Jean-Pierre Voutaz, der am 20. Mai 2018 zelebrieren wird, das Projekt vor. Als die Journalisten nach den Kosten einer solchen Feier fragen, verblasst die schöne Harmonie. Geschätzte Zahlen machen die Runde. Ob es wohl 80’000 oder 90’000 Franken kosten wird? Der Anlass im Cerm werde nicht der grösste Budget-Posten sein, versichert Véronique Denis. Jeder Firmling hat 50 Franken für die Teilnahme und Vorbereitung beigesteuert.
Das Projekt ist ehrgeizig. Véronique Denis erwähnt eine Novene, die der Firmung vorangeht. Diese Gebetsinitiative werde dazu beitragen, dass der Heilige Geist das Alltägliche überflügle, sagt Bischof Lovey hoffnungsvoll. (cath.ch/Übersetzung Nadja Superti/rp)
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