Papst besucht blitzschnell Amatrice

Amatrice, 4.10.16 (kath.ch) Papst Franziskus hat einen Überraschungsbesuch in Amatrice unternommen. Am Dienstagmorgen reiste er unangekündigt in die mittelitalienische Ortschaft, die vom Erdbeben am 24. August esonders schwer getroffen worden war. Begleitet von Rietis Bischof Domenico Pompili sprach er in er der Behelfsschule des Dorfs eine halbe Stunde mit Kindern, bevor er sich in die sogenannte «Rote Zone» mit den grössten Zerstörungen begab.

Am Sonntag hatte er auf dem Rückflug von Aserbaidschan nach Rom vor mitreisenden Journalisten gesagt, er wolle «privat, allein, als Priester, als Bischof, als Papst» nach Amatrice reisen. «Ich möchte nahe bei den Menschen sein», ergänzte er. Der Vatikan und die Behörden hatten den Besuch bis zuletzt streng geheim gehalten. Gerüchte vom Vortag verdichteten sich, als am Dienstagmorgen Bischof Pompili einen Besuch in der Schule von Amatrice unternahm. Das Behelfsgebäude war rechtzeitig zum Beginn des Schuljahrs im September fertiggestellt worden. Es werden dort 250 Kinder unterrichtet.

Ankündigung ohne Datum

Franziskus hatte beim Angelus-Gebet am 28. September auf dem Petersplatz gesagt, er wolle «so bald wie möglich» in das Erdbebengebiet kommen, um den Betroffenen persönlich «den Trost des Glaubens, die Umarmung des Vaters und Bruders und die Hilfe der christlichen Hoffnung» zu bringen. Ein konkretes Datum nannte er nicht. Zugleich bekräftigte Franziskus seine Nähe zu den Bewohnern der Regionen Latium, Marken und Umbrien, die am Mittwoch von einem Beben heimgesucht wurden. «Die Kirche teilt ihr Leiden und ihre Sorgen; wir beten für die Verstorbenen und die Hinterbliebenen», sagte er. Der Einsatz von Behörden, Rettungskräften und Freiwilligen zeige, wie wichtig Solidarität bei solchen Schicksalsschlägen sei, sagte der Papst.

Die Zahl der geborgenen Todesopfer in Mittelitalien bezifferte der italienische Katastrophenschutz am Sonntag mit 290. Die Aufräumarbeiten dauern an. Allein in dem Ort Amatrice starben nach dem aktuellen Stand 229 Menschen. Derzeit leben dort noch 248 Menschen in Zeltunterkünften.

Gebet bei Kirche San Francesco

Nach seinem Blitzbesuch in Amatrice ist Papst Franziskus am Dienstagvormittag in die ebenfalls vom Erdbeben schwer zerstörten Orte Accumoli und Arquata del Tronto weitergereist. Das geht aus einem Bericht von Radio Vatikan hervor. Ein vom Vatikansprecher getwittertes Bild zeigt den Papst vor der zerstörten Kirche San Francesco. Deren Turm war bei dem Erdbeben vom 24. August auf ein benachbartes Wohnhaus gestürzt und hatte ein Ehepaar sowie zwei Kinder im Alter von sieben und acht Jahren erschlagen. Der Tod der Familie wurde zur bekanntesten Einzeltragödie des Unglücks in Mittelitalien. (cic)

 

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&— Greg Burke (@GregBurkeRome) October 4, 2016

 

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