Papst Franziskus bittet Christen anderer Konfessionen um Vergebung

Rom, 26.1.16 (kath.ch) Papst Franziskus hat um Vergebung für das Unrecht gebeten, das Katholiken Angehörigen anderer christlicher Konfessionen zugefügt haben. Er bat zugleich um Vergebung für die «Sünde der Kirchenspaltungen». Sie seien «eine offene Wunde am Körper Christi».

«Wir können das, was passiert ist, nicht ausradieren, aber wir wollen nicht zulassen, dass die Last der vergangenen Schuld weiter dazu beiträgt, unsere Beziehung untereinander zu vergiften», sagte der Papst am Montagabend, 25. Januar, bei einem ökumenischen Abendgebet in Rom. Wörtlich erklärte Franziskus in der Kirche Sankt Paul vor den Mauern: «Als Bischof von Rom und als Hirte der Katholischen Kirche bitte ich um Barmherzigkeit und Vergebung für das nicht evangeliumsgemässe Verhalten von Katholiken gegenüber anderen Christen».

Aufruf an Katholiken zu verzeihen

Zum Abschluss der Gebetswoche für die Einheit der Christen rief Franziskus auch die Katholiken dazu auf, Christen anderer Konfessionen aktuelle und frühere Beleidigungen zu verzeihen. Franziskus hat die Angehörigen anderer christlicher Konfessionen bereits mehrfach um Vergebung gebeten. Zuletzt entschuldigte er sich im November bei Protestanten anlässlich eines Besuchs der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde in Rom. Im Juni 2015 bat er die Kirche der Waldenser um Vergebung; im Juli 2014 die Evangelikalen.

«Wenn die Christen der verschiedenen Kirchen das Wort Gottes hören und versuchen, es in die Praxis umzusetzen, begehen sie deshalb wirklich wichtige Schritte zur Einheit», sagte Franziskus.  Jenseits der noch bestehenden Unterschiede zwischen den verschiedenen christlichen Konfessionen werde so erkennbar, dass die «Wurzel des christlichen Lebens immer der Ruf Gottes ist».

Vielfältige Zusammenarbeit möglich

Bereits jetzt könnten Christen auf vielfältige Weise zusammenarbeiten, um gemeinsam die Botschaft Jesu zu verkünden, so Franziskus. «Und indem wir gemeinsam arbeiten und diesen Weg gehen, merken wir, dass wir im Namen des Herrn bereits vereint sind.»

Franziskus erinnerte in diesem Zusammenhang, dass er und die Vertreter der verschiedenen Kirchen und Gemeinden in Rom gemeinsam die Heilige Pforte in Sankt Paul vor den Mauern durchschritten hatten. (cic)

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