Zürich, 14.12.15 (kath.ch) Ein christliches Kindermagazin im 21. Jahrhundert, geht das überhaupt noch? Durchaus, wie das «Jumi» zeigt. Für die Redaktorin Christine Weber ist dafür die Kenntnis der Lebenswelten der Kinder zentral. Und die Offenheit, bei der Themenwahl über die ausschliesslich kirchlich-christlichen Inhalte hinauszudenken.
Martin Spilker
«Jumi» – der Name ist ansprechend, das Format handlich, die Gestaltung spielerisch und farbig, die Inhalte haben «Boden» und sind in einer für Kinder gut verständlichen Sprache geschrieben. Das ist nötig, denn im Untertitel steht «Das christliche Kindermagazin». Und das will es auch sein, wie Redaktionsleiterin Christine Weber im Gespräch mit kath.ch erklärt: «Das Heft vertritt ein offenes, tolerantes Bild der Kirche und des Christentums als wichtiger Teil unserer Gesellschaft, und das soll auch im ‘Jumi’ zum Ausdruck kommen.» Kindergerecht aufbereitet werden zudem Themen aus dem aktuellen Weltgeschehen, der Umwelt und des Zusammenlebens.
Hinter dem Namen «Jumi» stehen die Begriffe Jugend und Mission. Gegründet wurde es von katholischen Missionswerken, die sich bis heute als Herausgeber am Kindermagazin beteiligen. Und auch wenn das Wort Mission nicht mehr so gern verwendet wird, so ist es beim «Jumi» passend: Hier werden religiöse Themen, biblische Geschichten, kirchliches Brauchtum und auch der Blick auf andere Religionen so dargestellt, dass auch kirchenfernen Kindern ein leichter Zugang möglich ist.
Dabei kommen auch Mädchen und Jungen, die als Ministranten, über Pfadi, Jungwacht oder Blauring direkten Kontakt zur Kirche haben, nicht zu kurz: Sie erzählen von ihren Erfahrungen und Erlebnissen. Die Inhalte im «Jumi» erlauben einen vertiefenden Blick auf das gewählte Thema, wie Christine Weber erklärt. So will das Magazin beispielsweise zu wiederkehrenden Ereignissen wie Advent und Weihnachten mit immer wieder neuen Ansätzen überraschen und neue Einblicke verschaffen.
Sieben Mal erscheint das «Jumi» pro Jahr und orientiert sich dabei stark am Schuljahr. Denn der grösste Teil der Auflage gelangt über den Religionsunterricht an die Kinder. Das Magazin versteht sich jedoch nicht «give away», als «Zückerchen» auf den Heimweg nach dem Unterricht. Vielmehr sind die Hefte so gestaltet, dass mit den Inhalten im Religionsunterricht gut gearbeitet werden kann.
Ein Redaktionsteam, zu dem auch ein Theologe und eine Religionspädagogin gehören, sorgt für eine passende Auswahl der Beiträge und eine kindgerechte Vermittlung. Zu zwei Ausgaben pro Jahr erscheinen zusätzlich methodische Bausteine für den Unterricht.
Und wie steht es um die Zukunft des «Jumi»? Wird es künftig nur noch online erscheinen? Christine Weber winkt ab: Das Heft in Papierform ist für die Zielgruppe genau richtig. Dennoch ist «Jumi» auch im Internet präsent. Hier finden sich die Themen der Hefte, ein wenig anders dargestellt. Dazu kommen Witze, Bildgeschichten und anderes mehr, was Kinder beim Stöbern freut. Und natürlich darf auch «Guri», das Maskottchen des «Jumi», im Netz nicht fehlten.
Der kleine Vogel ist mehr als ein Begleiter: Wer ihm eine Mail schreibt, bekommt Post von «Guri». Im Eulenbriefkasten landen viele Botschaften ans Maskottchen. Auch Wünsche sind dabei und manchmal werden «Guri» Kindersorgen erzählt. Die Redaktion beantwortet die Mails, nimmt manche Fragen und Anliegen auch in die Planung für die Themensetzung weiterer Hefte auf. Kinder, die im Heft mit Bild porträtiert werden oder zu Wort kommen, werden nur mit Vornamen vorgestellt. «Das machen wir sehr sorgfältig: Gerade bei den jüngsten Mediennutzern ist der Persönlichkeitsschutz besonders wichtig «, sagt die Redaktorin dazu.
Christine Weber ist seit zehn Jahren Redaktionsleiterin des «Jumi». Für die Journalistin und ausgebildete Kindergärtnerin ist die Arbeit unverändert eine schöne Aufgabe. Und eine Herausforderung: «Eine für Kinder passende und überzeugende Sprache zu finden, ist für uns Erwachsene eine sehr anspruchsvolle Sache», sagt sie. (ms)
Jumi – das christliche Kindermagazin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant