Lausanne, 17.11.15 (kath.ch) Im Rahmen von Sparmassnahmen streicht das Westschweizer Radio und Fernsehen RTS alle religiösen Sendungen. Einzig die Übertragung von Gottesdiensten ist ausgenommen, sagte der Direktor von Cath-Info, Bernard Litzler, gegenüber kath.ch in Zürich. Litzler stellt in der Westschweiz die Verbindung zwischen den katholischen Medienstellen und der RTS sicher. 50 Jahre gute Zusammenarbeit würden mit diesem Beschluss auf einen Schlag beendet.
Die RTS hat am Dienstag, 17. November, mitgeteilt, dass sie einschneidende Sparmassnahmen durchführen will. Sendungen in den verschiedensten Teilen des Angebots sind betroffen: Bei der Jugend, im Sport und etwa auch beim Filmeinkauf.
Gemeinsam mit der RTS trugen bisher die religiösen Unternehmen Médias-pro und Cath-Info die Verantwortung für die Sendungen, die ab 2017 eingestellt werden sollen. Das sei zweckwidrig und überrissen, schreiben die Direktoren der beiden Unternehmen, Bernard Litzler von Cath-Info und Michel Kocher für den reformierten Partner Médias-pro.
Die Nachricht habe die Mitarbeiter unter Schock gesetzt. Es werde nicht verstanden, wie die in der Schweiz einmalige Form der Zusammenarbeit von religiösen Stellen mit dem Schweizer Radio und Fernsehen von einer Seite abrupt beendet werde. Arbeitsplätze seien bedroht.
Betroffen sind zwei Radio-Sendungen – «A vue d’Esprit» und «Hautes Fréquences» – und eine am Fernsehen – «Faut pas croire». Mit dem Wegfall der Sendungen werde es nicht mehr möglich sein, ein vertiefendes Informationsangebot mit Reportagen und religiösen Debatten einem breiten Publikum zu unterbreiten. Dies geschehe ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, in der eine «religiöse Radikalisierung» bestehe. Die Besinnung auf die eigene Religion müsse ein Bestandteil der RTS sein. Der Entscheid der RTS-Verantwortlichen sei «unverständlich», so Litzler und Kocher in ihrer Stellungnahme.
Die Zusammenarbeit gehe auf das Jahr 1964 zurück. Vor rund 15 Jahren wurde das Angebot auf den interreligiösen Bereich ausgeweitet. Die Streichung der Sendungen werde es sehr «schwierig machen, wenn nicht verunmöglichen, innerhalb der RTS eine religiöse Redaktion instand zu halten».
Die RTS muss drei Prozent ihrer Kosten einsparen. Für den Bereich Religion werden 50 Prozent der Gelder gestrichen. Das sei völlig unverhältnismässig. Litzler und Kocher weisen in der Medienmitteilung weiter darauf hin, dass die von Cath-Info und Médias-pro produzierten Sendungen zu den günstigsten innerhalb der RTS gehörten. «Auf diesem Hintergrund ist es schwierig nachzuvollziehen, dass der Entscheid nur wirtschaftliche Gründen folgt», schreiben die beiden Direktoren. Sie vertrauen auf Verhandlungen mit der RTS, so dass die Sendeanstalt mehr Augenmerk auf die Bedeutung der religiösen Sendung legt und auf ihren Entscheid zurückkommt.
Cath-Info in Lausanne und das Katholische Medienzentrum Zürich mit dem News-Portal kath.ch arbeiten unter einer gemeinsamen Marke zusammen. (gs)
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