Budapest, 6.9.15 (kath.ch) Die ungarische Benediktinerabtei Pannonhalma setzt sich über staatliche Verbote und Drohgebärden hinweg und nimmt Flüchtlinge auf. Das berichteten ungarische Medien am Samstagnachmittag. Die Mönche wollten nicht mehr nur «diskret» helfen, sondern direkt. «Wir dürfen niemanden vor der Tür stehen lassen, denn dies stünde im Gegensatz zum Evangelium», so Erzabt Asztrik Varszegi.
Laut Medienberichten seien Familien aufgenommen worden, die mitten in der Nacht – vermutlich von zivilen Helfern – von der nahen Autobahn im Raum Györ aufgegriffen worden waren, wo sie Fuss in Richtung der österreichischen Grenze unterwegs waren. Eine genaue Zahl der aufgenommenen Flüchtlinge – darunter auch mehrere unbegleitete minderjährige syrische Kinder – gibt es bislang nicht.
Triebfeder des Engagements der Benediktiner von Pannonhalma dürfte unter anderem eine ungewöhnliche Initiative von Schülern des zur Abtei gehörenden Gymnasiums gewesen sein: Als diese vom Fussmarsch der Flüchtlinge in Richtung Grenze erfuhren, hätten sie sich entschlossen, diese Menschen als Pilger zu begleiten.
Die Initiative aus Pannonhalma habe sich inzwischen wie ein Lauffeuer verbreitet, so dass damit zu rechnen sei, dass weitere Flüchtlinge vorübergehend um Quartier in der Abtei ansuchen werden, so Varszegi. Man werde die Türen offen halten, so der Erzabt, eine Begrenzung gebe es nur in Form der eigenen räumlichen Kapazitäten.
Flüchtlingshilfe hat in der Abtei Pannonhalma Tradition: So wurden etwa in den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkrieges jüdische Flüchtlinge im Keller der Abtei untergebracht. (kap)
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