Giffers FR 1.7.15 (kath.ch) Die Katholiken in Deutschfreiburg haben sich mit der angesagten grossen Sparrunde in der katholischen Kirche im Kanton Freiburg für das Jahr 2016 befasst. Rund 750’000 Franken müssen gemäss einer Mitteilung des Bischofsvikariats Deutschfreiburg vom 1. Juli gespart werden; davon 90’000 Franken im Bischofsvikariat Deutschfreiburg.
Auf Einladung des Bischofsvikariats Deutschfreiburg und der Vereinigung der Pfarreien liessen sich Betroffene und Interessierte an einer Versammlung am 26. Juni in Giffers über den aktuellen Stand der Dinge orientieren. Auf die Gründe für die anstehenden Sparmassnahmen wies Marianne Pohl-Henzen, Adjunktin im Bischofsvikariat Deutschfreiburg, hin. Im Zuge der Teilrevision des Kirchenstatuts war 2013 eine Ausgabenbremse etabliert worden, die sicher stellt, dass die Pfarreibeiträge insgesamt an die Kantonalkirche nicht mehr als 12,5 Prozent der gesamten Ressourcen aller Pfarreien des Kantons betragen dürfen.
Das Budget 2015 war hingegen ein aussergewöhnliches: Man hatte sich entschieden, in neue Projekte und in die Zukunftsplanung zu investieren und die Ausgabenbremse von 12,5 Prozent einmalig auf 13,5 Prozent aufzustocken und somit eine Budgeterhöhung zu ermöglichen. Nun müssen nach einem Jahr wieder Einsparungen erfolgen.
Neben dem eigenen Betrieb, diözesanen Aufgaben, Raummieten und anderem verwendet das Bischofsvikariat rund 53 Prozent seiner Ausgaben für die Fachstellen. Diese bekamen an dem Abend die Gelegenheit, sich und ihre Aufgabenbereiche vorzustellen. Dazu gehören die Regionale Fachstelle für Jugendseelsorge (Juseso), die Deutschfreiburger Fachstelle für Katechese (defka), die Fachstelle für Erwachsenenbildung (QuerWeltEin), die Fachstelle für katholische Behindertenseelsorge und die Fachstelle für Kirchenmusik. Zusammen mit den Angestellten im Bischofsvikariat sind 6,5 Vollzeitstellen besetzt.
«Die Möglichkeiten, in den Fachstellen einzusparen, sind gering», zitiert die Mitteilung Pohl-Henzen. Dennoch habe jede Fachstelle sich bemüht und einzelne Projekte für 2016 gestrichen. Ebenso sei die Beratung für die Zukunftsplanung aus dem Budget 2016 herausgefallen. Auch im Bereich Ausbildungsbeiträge, Supervision und Coaching würden Einsparungen versucht, «obwohl ich mir nicht sicher bin, ob dies der richtige Ort für Einsparungen ist», so die Adjunktin. Wenn weitere Kürzungen vom Bischofsvikariat verlangt würden, dann betreffe dies Mitarbeiterstellen, stellte Pohl-Henzen fest.
Arnold Schöpfer, Präsident der Vereinigung der Pfarreien, wies darauf hin, dass alle Pfarreien von der Arbeit der Fachstellen profitierten und – sollten in diesen Bereich Angebote wegfallen – diese nicht so leicht durch die Pfarreien selbst übernommen werden könnten. «Es braucht heute manchmal auch Mehraufwand, wenn man nicht in ein paar Jahren eine tote Kirche haben möchte», so Schöpfer, der den Abend moderierte. Er plädierte dafür, die Ausgabenbremse nur langsam wieder zurückzufahren.
Auch das Bildungszentrums Burgbühl (BZB) ist mit Einsparungswünschen konfrontiert. Dessen Leiter Marius Hayoz erklärte, dass dieses 2015 von der Kantonalen Kirchlichen Körperschaft noch 144’930 Franken erhielt. In einem Brief habe der Exekutivrat nun sein Ansinnen mitgeteilt, diesen Betrag um 94’930 Franken auf 50’000 zu kürzen. Hayoz wies darauf hin, dass das BZB eine Übergangszeit von zwei Jahren brauche, um den Betrieb so umzustellen, dass es die fehlenden Beträge selbst erwirtschaften könne.
Da diese vorgesehen Sparmassnahmen von der Versammlung der Körperschaft beschlossen werden müssen, wurden alle Vertreterinnen der Pfarreien und Seelsorgeeinheiten eingeladen, vor Ort zu eruieren, inwieweit sie das BZB weiter tragen möchten. (gs)
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.kath.ch/newsd/kirche-in-deutschfreiburg-sucht-nach-sparmoeglichkeiten/