Religionssoziologe: «Glauben ohne Kirche» funktioniert selten

Frankfurt, 29.4.15 (kath.ch) Nach Einschätzung des Religionssoziologen Detlef Pollack leben nur wenige Menschen den christlichen Glauben ohne kirchliche Institutionen. Eine Mehrheit der Deutschen meine zwar, ohne Kirche gläubig sein zu können, schreibt der Münsteraner Forscher in einem Gastbeitrag in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (29. April). Darauf deute aus Sicht der Wissenschaft jedoch wenig hin.

Die Wahrscheinlichkeit individueller Religiosität steige vielmehr «mit der Einbindung ins kirchliche Leben, dem Besuch des Gottesdienstes, dem personalen Kontakt zum Pfarrer und der Beteiligung an kirchlichen Gemeinschaftszusammenhängen», so Pollack.

Diese Bindung zur Kirche nehme jedoch ab, wenn sie als bevormundend erlebt würde, so Pollack weiter. In Deutschland hätten die Kirchen heute ein ähnlich negatives Image wie in den 1960er- und 70er-Jahren. Viele hätten die Kirchen damals als «geldgierig, restriktiv und machtversessen» eingeschätzt. Heute hielten viele sie für unglaubwürdig. (kna)

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