Erdbeben in Nepal: Hilfswerke rufen zu Spenden für Opfer auf

Kathmandu/Bonn/Zürich, 26.4.15 (kath.ch) Nach dem schweren Erdbeben im Himalaya haben Hilfswerke zu Spenden für die Region aufgerufen. In der Schweiz hat die Glückskette am Samstagabend einen Spendenaufruf lanciert. Mehrere Partnerhilfswerke bereiten sich auf einen Einsatz vor. Caritas Schweiz, eines der Partnerhilfswerke, stellt 500’000 Franken für die Not- und Überlebenshilfe zur Verfügung, teilte das Hilfswerk am Sonntag, 26. April, mit.

Am Sonntagmorgen, 26. April, kam es in der Region erneut zu starken Nachbeben. Nach Angaben von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) kamen in Nepal über 2300 Menschen ums Leben. Helfer hätten bislang mehr als 2000 Leichen geborgen. Mehr als 40’000 sollen verletzt worden sein. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Toten steigen wird.

Nepal war am Samstagmittag, 25. April, von einem Beben der Stärke 7,8 erschüttert worden. Das Epizentrum lag rund 80 Kilometer nordwestlich der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu. Betroffen sind auch Teile Indiens, Pakistans sowie von Bangladesch.

Lokale Caritas bereits aktiv

Der Direktor von Caritas Nepal, Pius Perumana, berichtet laut Caritas Schweiz von enormen Sachschäden. Das Stromnetz ist in der von der Naturkatastrophe betroffenen Region zusammengebrochen. Die Kommunikation ist stark erschwert, die Strassen sind blockiert.

Die lokale Caritas-Organisation ist demnach bereits vor Ort aktiv. Ihre Teams sind in der Rettungshilfe engagiert und organisieren Notunterkünfte für die zahlreichen Menschen, die ihr Obdach verloren haben. Daneben bemühe sich Caritas Nepal um die Abgabe von Nahrungsmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs. Caritas Schweiz unterstützt diese Hilfsmassnahmen mit einem Beitrag von 500’000 Franken für die Not- und Überlebenshilfe.

Caritas international stellt für die Nothilfe 100.000 Euro bereit. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen Unicef startete ein Sofortprogramm. Rund 40 Prozent der Bevölkerung in den erschütterten Regionen Nepals seien Kinder, teilte das Hilfswerk am Sonntag mit. Diese seien von der Katastrophe am schwersten betroffen und bräuchten sofortige Unterstützung. Die internationale Hilfsorganisation World Vision entsandte Helfer in die Region. Ihre Schweizer Partnerin, World Vision Schweiz, spricht eine erste Nothilfe von 200’000 Franken zugunsten der Opfer. Die Infrastruktur der gesamten Hauptstadt Kathmandu sei vom Erdbeben betroffen, heisst es in einer Mitteilung.

Die Schweiz hat am Sonntagvormittag ein Expertenteam in die Katastrophenregion entsandt. Das sechsköpfige Soforteinsatzteam soll erste Hilfsmassnahmen der Schweiz einleiten, teilte das Eidgenössische Departement für äussere Angelegenheiten mit.

Papst betet für Opfer

Papst Franziskus hat den Erdbebenopfern im Himalaya seine Nähe und Solidarität zugesichert. «Ich bete für die Opfer, für die Verletzten und für alle, die unter diesem Unglück leiden müssen», sagte er bei seinem Angelus-Gebet am Sonntag vor mehr als 50.000 Menschen auf dem Petersplatz. Er appellierte an die Welt, den Opfern Hilfe und Solidarität zukommen zu lassen. (kna/cic/srf/bal)

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